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Abfuhr von Essener Uniklinik: Liefers-Schicht auf Intensivstation "undenkbar"

Archivmeldung vom 29.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Professor Jochen Werner Bild: Universitätsmedizin Essen Fotograf: DUB UNTERNEHMER-Magazin
Professor Jochen Werner Bild: Universitätsmedizin Essen Fotograf: DUB UNTERNEHMER-Magazin

Eine klare Abfuhr erteilt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, einer Schicht auf der Intensivstation seines Krankenhauses für den "Tatort"-Schauspieler Jan-Josef Liefers. "Für uns ist das definitiv kein Thema", sagte Werner bei "19 - die Chefvisite".

Liefers hatte als einer der Hauptdarsteller der umstrittenen Kunst-Aktion #allesdichtmachen zuvor zu einem Angebot der Essener Notfallmedizinerin Carola Holzner, im Netz als "Doc Caro" bekannt, unter dem Motto #allemalneschichtmachen in einem Interview gesagt, er habe sich "schon angemeldet". Klinikchef Werner hält eine Inszenierung wie "Bergdoktor im Ruhrgebiet" für "undenkbar": "Wer bis heute nicht begriffen hat, was in Krankenhäusern geleistet wird, der begreift es auch in einer Schicht nicht", so Werner.

Die Bundesbürger sind nach Angaben des Chefs der Krankenversicherung TK, Jens Baas, mit der Arbeit des deutschen Gesundheitssystems "sehr zufrieden". Baas sagte in der Sendung, eine repräsentative Umfrage seines Unternehmens zu diesem Thema habe einen "absoluten Höchststand ergeben wegen der Pandemie". Diese habe belegt, dass das deutsche Gesundheitswesen "extrem leistungsstark" und "vielleicht das beste der Welt" sei, so Baas. Fast 90 Prozent der Befragten hätten sich zudem bereit gezeigt, ihre digital erhobenen Gesundheitsdaten für wissenschaftliche Forschung freizugeben. Baas forderte, die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen - "immer auf freiwilliger Basis". Es sei ein "Trauerspiel", dass dies bislang nur mit hohen bürokratischen Hürden möglich sei.

Baas warnte, die steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung seien "mit Wirtschaftswachstum nicht mehr abzupuffern". Beitragserhöhungen seien daher ohne Einsparungen unumgänglich. Ein Weg sei die Reduzierung der Zahl von Kliniken. "Nicht jedes Dorf braucht ein eigenes Krankenhaus", sagte Baas. In kleinen Häusern werde häufig fehlerhaft operiert, was dann in Unikliniken repariert werden müsse. Seine Forderung: "Weniger Betten, dafür mehr Spezialisierung." Baas kritisierte zudem die explodierenden Preise für einzelne Arzneimittel-Therapien, die schon "siebenstellige Summen im Jahr" erreichen könnten. Damit mache die Pharmaindustrie "Milliardengewinne auf Kosten der Versicherten". "Gegen diese Tendenzen müssen wir vorgehen", so Baas.

Quelle: DUB UNTERNEHMER-Magazin (ots)


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