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ZDF-Moderator Rudi Cerne: "Mein Durchhaltevermögen habe ich meinem Vater zu verdanken"

Archivmeldung vom 11.08.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.08.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Cover der tina-Ausgabe 33/2016. Bild: "obs/Bauer Media Group, tina/tina"
Cover der tina-Ausgabe 33/2016. Bild: "obs/Bauer Media Group, tina/tina"

Heute ist Rudi Cerne als Moderator von "Aktenzeichen XY" und als ZDF-Sportexperte bekannt. Doch früher war er erfolgreicher Eislaufstar, der zweimal bei Olympia teilnahm. In tina schreibt der 57-Jährige einen rührenden Brief an seinen Vater, in dem er sich für alles bedankt und sein Erfolgsgeheimnis verrät.

1958 wird Rudi Cerne als jüngstes von drei Kindern geboren. Sein Vater war schon vor dem Krieg erfolgreicher Eiskunstläufer, verlor jedoch als Soldat in Russland ein Bein. "Als Du mein Sport- und Bewegungstalent erkanntest, hast du gesagt: 'Aus dem mache ich einen Sportler!' Und hast mich aufs Eis gestellt. Du warst hart, konsequent, unnachgiebig, ehrgeizig. Ich habe dich sehr respektiert. Du hast mich nicht nur bestärkt und gefördert. Es war vor allem die Zeit, die Du mir geschenkt hast. Wir waren sehr intensiv zusammen." Die gemeinsame Zeit schweißte die beiden zusammen: Rudis Vater erzählte ihm alles aus seiner Kriegszeit. Heute weiß Rudi, dass er eine Art Psychologe für seinen Vater war, der endlich über seine traumatischen Erlebnisse sprechen konnte.

Auch wenn das Vatersein damals noch anders war, fühlte sich Rudi mit ihm verbunden. "Wenn ich hingeflogen bin auf dem Eis und die Tränen nicht mehr unterdrücken konnte, hast du nur gesagt: 'Hör auf zu heulen!' Äußerlich war da eine gewisse Kühle, aber innerlich hatten wir eine starke Verbindung." Die ganze Familie investierte viel Zeit und Geld in das Eiskunstlauftraining. Und wenn es mal Streit gab, stand die Mutter als Schlichterin parat. "Du warst immer konsequent. In dem Alter will man in den Fußballverein, ein halbes Jahr später Tennis spielen, reiten wäre nicht schlecht, und ein Instrument könnte man noch lernen. Aber Du hast gesagt: 'Nein, da verzetteln wir uns. Schluss, aus, Feierabend!'"

Mit neun Jahren wurde Rudi Cerne das erste Mal Landesmeister, mit zehn als jüngster Deutscher Junioren-Meister. "Als Deutscher Meister aus dem Kohlenpott war ich auf einmal der Star in der Schule. Sport war für mich die Möglichkeit, aus der Masse herauszustechen. Diese ersten Erfolge wurden mein großer Ansporn." Später folgten zweimal Deutscher Meister, Silber bei den Europameisterschaften und der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. "Der Leistungssport hat mich geprägt. Ich bin heute noch zäh, habe immer noch eine gute Kondition. Und viel Durchhaltevermögen, das ist im täglichen Leben und im Job gefragt." Heute ist Rudi Cerne seinem Vater für all die Möglichkeiten dankbar und sehr glücklich darüber.

Quelle: Bauer Media Group, tina (ots)

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