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Oliver Pocher: "Leider gehört mir ja kein Sender"

Archivmeldung vom 18.12.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.12.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Oliver Pocher auf der Kinderlachen Gala am 27. November 2010 in Dortmund
Oliver Pocher auf der Kinderlachen Gala am 27. November 2010 in Dortmund

Foto: www.promiflash.de
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

"Keiner traut sich mehr Entscheidungen zu treffen", kritisiert Oliver Pocher. Er sorgt sich um das deutsche Fernsehen und geht im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de mit den Öffentlich-Rechtlichen, aber auch den Moderations-Kollegen Joko & Klaas ins Gericht.

"Man kann immer an der Kostenschraube drehen. Immer irgendwo irgendetwas einsparen. Aber wir sind jetzt an einer Grenze angekommen. So langsam sind wir in dem Bereich, in dem man hier und da mal mehr investieren sollte und nicht weniger", sagt Moderator Oliver Pocher im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Mehr investieren - das rät er auch seinem ehemaligen Arbeitgeber Sat.1, der kein gutes Jahr erwischt hat: "Ich sehe das Scheitern als Chance, einfach Sachen auszuprobieren" Doch Mut zu Investitionen sieht Pocher allgemein nicht. "Das ist das Rumgeeiere das in der Branche wirklich allen auf den Sack geht: Keiner traut sich mehr Entscheidungen zu treffen, alle wollen sich absichern und niemand möchte irgendetwas machen, das vielleicht nicht funktionieren könnte. Da wäre ich deutlich risikobereiter, aber leider gehört mir ja kein Sender."

Auch von den Öffentlich-Rechtlichen ist Oliver Pocher enttäuscht: "Das Schlimme ist ja, dass man erstmal gut ein Drittel für Pensionen braucht. Das ganze System müsste mal auf links gedreht werden, weil so wenig Geld wirklich ins Programm fließt." Und Pocher setzt mit scharfer Kritik am undurchsichtigen System der ARD nach. Er mache zwar niemandem dort einen Vorwurf, denn "wenn man so in dem System drin ist, kann man ja nur etwas werden, wenn man sich da durchgekämpft und gebuckelt hat." Doch auch aus seiner Erfahrung mit der ARD sagt Pocher: "Jeder sucht seine Seilschaften. Das ist ja wie in einer Partei - und das System erinnert eher an eine chinesische Partei als an eine freie Partei." Auch Thomas Gottschalk hat das zu spüren bekommen. Doch auch Pocher kritisiert: Die Sendung habe man ihm einfach nicht abgenommen, ebenso wie seine Rolle beim "Supertalent." Pocher weiter: "Und egal was als Nächstes kommt, hab ich das Gefühl, nehme ich ihm auch nicht mehr ab. Das ist ein Problem der Glaubwürdigkeit."

Dabei biete Gottschalk immer noch beste Unterhaltung. Über den Besuch Gottschalks in Markus Lanz' Talkshow im ZDF sagt Pocher: "Wenn Gottschalk über sich selber reden kann und genügend Zeit hat, ist das höchst unterhaltsam. Er hätte einfach beim ZDF bleiben und eine wöchentliche Talkshow machen sollen, die sich um seinen Kosmos dreht. Noch ein paar Galas und gut ist." Die Häme über das Scheitern Gottschalks hat ihn jedoch nicht gewundert. "Grundsätzlich findet es jeder in der Medienbranche geiler, wenn etwas abkackt. Niemand gönnt dem Anderen in irgendeiner Art und Weise Erfolg - nur so lange bis es erfolgreich ist." Am Erfolg von Joko & Klaas bei ProSieben zweifelt er aber selbst, denn ihre jetzige Sendung "neoParadise" sei "in der Masse einfach nicht angekommen. Da lügt die Quotenmessung nicht." Und inhaltlich gebe es nichts Neues. "Joko und Klaas sind wirklich okay, aber ich sehe auch sehr wenig, was ich nicht von mir, von Elton, von Stefan oder von irgendjemand anderem schon gesehen hab", stichelt Pocher.

Anfang Januar startet seine neue RTL-Show "Alle auf den Kleinen". Dem Kölner Sender attestiert er eine herausfordernde Zukunft. "Es wird schwieriger werden die Marktanteile zu erreichen, die früher mal möglich waren. Das sieht jetzt gerade ganz extrem RTL", so Pocher im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. Über das manchmal als wenig innovativ kritisierte Programm sagt er: "Ich weiß bei RTL halt was mich erwartet - das ist Segen und Fluch. Vor einem Jahr haben alle RTL dafür gelobt, dass sie verlässlich die bekannten Programme zu bekannten Uhrzeiten bringen und heute heißt es: Das kann ja auch nicht funktionieren. Immer nur dasselbe."

Quelle: Medienmagazin DWDL.de (ots)

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