Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Medien Ex-Kulturstaatsminister Nida-Rümelin kritisiert Medien

Ex-Kulturstaatsminister Nida-Rümelin kritisiert Medien

Archivmeldung vom 20.11.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.11.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Julian Nida-Rümelin während einer Lesung der Lit.Cologne
Julian Nida-Rümelin während einer Lesung der Lit.Cologne

Foto: Perikles
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat den Umgang der Medien mit der Politik kritisiert. In einem Beitrag für das Magazin Cicero (Dezemberausgabe), schreibt der Münchner Philosophieprofessor, die Skandalisierung dürfe kein demokratiegefährdendes Ausmaß annehmen wie in Italien. "Voraussetzung ist, dass wir in Deutschland im Wortsinne zur Besinnung kommen."

Nida-Rümelin ging auch auf die Berichterstattung über SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein. Er sei durch die Skandalisierung über seine private Vortragstätigkeit vom Start weg nachhaltig beschädigt worden. Worin der "gefühlte Skandal" eigentlich bestanden habe, sei nicht genau zu bestimmen. "Über Wochen hinweg ging es nicht um Inhalte, sondern lediglich um Stilfragen - rechtlich und politisch Relevantes war dabei nicht im Spiel."

Nida-Rümelin schreibt in dem Beitrag, Skandale müssten sich um politische Verantwortlichkeit drehen. Stattdessen vermengten die Medien die private und die öffentliche Rolle von Politikern. "Wenn das Schlaglicht medialer Aufmerksamkeit auf das private Leben gerichtet wird, ist nichts mehr vor der Neugier sicher, auch nicht die intimsten Bereiche der Existenz."

Die zurückgetretene Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke kritisiert in Cicero, die Medien neigten zu Selbstgerechtigkeit und Gnadenlosigkeit. "Meiner Meinung nach sind die Leute dieser medialen ’Alles ist Mist’-Attitüde längst überdrüssig", sagte die Sozialdemokratin. "Genauso, wie der ständigen Besserwisserei von Journalisten." Sie selbst sei "gnadenlos durch den Wolf gedreht" worden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

Anzeige: