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Haucap übt scharfe Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Archivmeldung vom 30.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
TV-Konsum: Jüngere User bevorzugen das Web. Bild: flickr.com/flash.pro
TV-Konsum: Jüngere User bevorzugen das Web. Bild: flickr.com/flash.pro

Der frühere Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, übt scharfe Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Im Interview mit dem "Spiegel" sagte der Volkswirtschaftsprofessor: "Wir haben den teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt. Dänemark, Schweden, Frankreich, Großbritannien - überall dort gibt es doch auch eine funktionierende Demokratie, und der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist erheblich kleiner. Politische Information oder Kulturangebote sind bloß Krümel im Kostenblock der Sender. Warum brauchen wir Seifenopern für die Demokratie? Das ist eine billige Konstruktion."

Die Argumentation der Sender, mit populären Angeboten mehr Zuschauer für politische Informationen zu gewinnen, hält Haucap für eine Farce. "Zuerst schauen die Menschen Helene Fischer und dann `Monitor`? Das ist Gerede aus der analogen Welt. Im Zeitalter des Internets gilt das nicht mehr. Es wird entbündelt – Sport konsumiert man hier, Politiknachrichten dort."

Haucap weiter: "Die Legitimation ist weg, aber ARD und ZDF ziehen sich nicht zurück. Eher dehnen sie sich aus, um die Stellung zu behalten. Das ist so, als würde die Bundeswehr sagen, der Kalte Krieg ist vorbei, lass uns aufrüsten."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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