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Notre-Dame: Fake-News-Skandal im Social Web

Archivmeldung vom 18.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Notre-Dame vor dem Brand: Wahrzeichen von Paris.
Notre-Dame vor dem Brand: Wahrzeichen von Paris.

Bild: pixabay.com, 139904

Der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris ist in Bezug auf die Faktenprüfung zur Nagelprobe für Social-Media-Plattformen geworden. Facebook, YouTube, Twitter und Co haben zwar in jüngster Vergangenheit versucht, die Verbreitung von Fake News mithilfe neuer Features einzudämmen. Der aktuelle tragische Zwischenfall hat aber gezeigt, dass die Kontrollmechanismen nicht in der Lage sind, die Verbreitung von Missinformationen zu verhindern, wie Kritiker bemängeln.

"Test nicht bestanden"

"Das Feuer in der Notre-Dame-Kathedrale war für die Socia-Media-Firmen und ihre Bemühungen, Fehlinformationen in Echtzeit zu bekämpfen, ein erster wichtiger Test. In den Augen vieler Experten haben sie diesen Test nicht bestanden", schreibt der "Guardian". So seien etwa über Facebook, Twitter und YouTube zahlreiche Meldungen in Umlauf gebracht worden, die behaupteten, dass der Brand absichtlich gelegt worden sei. Auf Twitter hätten sich sogar mehrere User als reguläre News-Outlets wie "CNN" oder "Fox News" ausgegeben und von einem "Terrorakt" gesprochen.

Besonders offensichtlich wurde das Versagen bei YouTube. Dort hatten große Nachrichtenhäuser ein Video hochgeladen, das die brennende Kathedrale zeigte. "Unglücklicherweise hat der neue Kontrollalgorithmus dieses Video als Aufnahme der 9/11-Terrorattacken identifiziert. Wahrscheinlich, weil in beiden Fällen riesige Rauchwolken zu sehen sind", schildert die Zeitung. Als Resultat seien dann auch andere Videos vom Brand des Pariser Wahrzeichens automatisch mit einem Link zum Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 versehen worden.

YouTube entschuldigt sich

Bei YouTube hat man mittlerweile zugegeben, dass die hauseigenen Kontrollsysteme - speziell der neue Algorithmus, der erst 2018 in die Seite integriert worden ist, um Fake News zu erkennen - beim Notre-Dame-Brand versagt haben. Die Google-Tochter hat sich dafür bereits entschuldigt und erklärt, dass die automatischen Schutzmechanismen "manchmal die falsche Entscheidung treffen".

Im Kampf gegen Falschinformation und virale Verschwörungstheorien hat das Videoportal erst unlängst wissen lassen, künftig auch verstärkt auf Faktenchecks verifizierter Partner setzen zu wollen. Leider ist dieses zusätzliche Feature aber im Moment nur in Indien verfügbar. Erst im weiteren Jahresverlauf soll es weltweit ausgerollt werden.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner


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