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Journalist Peter Hahne im Podcast "FRAGEN WIR DOCH!": "Wenn mich der Pfarrer auf der Kanzel politisch anpredigt, halte ich das nicht mehr für Kirche. Pfarrer leben in einer Parallelgesellschaft."

Archivmeldung vom 21.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Peter Hahne (2018)
Peter Hahne (2018)

Foto: © Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Journalist und Bestsellerautor Hahne kritisiert die zunehmende Politisierung der Kirche. In einem Interview mit Deutschlands Experten-Podcast "FRAGEN WIR DOCH!" für RTL Radio Deutschland und 105'5 Spreeradio sagt Hahne: "Wenn mich der Pfarrer auf der Kanzel politisch anpredigt, halte ich das nicht mehr für Kirche."

Auch die oft abstrakte Sprache der Pfarrer hält Hahne für ein Problem: "Es gibt zwei Berufsstände, die in einer Parallelgesellschaft leben: Politiker und Pfarrer. Mit einer Parallelsprache, die keiner mehr so richtig spricht." Was Hahne besonders ärgert: "Auf der Kanzel stehen und vom Blatt ablesen, das geht gar nicht." Der Bestsellerautor wünscht sich, "dass auch Pfarrer vorher oder zwischendurch einen normalen anständigen Beruf an der Werkbank oder im Büro praktizieren, um zu hören, wie normale Menschen sprechen".

Peter Hahne war von 1992 bis 2009 Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und bekennt im Gespräch mit "FRAGEN WIR DOCH!": "Ich gehe nicht regelmäßig in die Kirche, denn Kirche und Glaube sind für mich nicht identisch. Von daher verachte ich niemanden, der nur an Heiligabend in den Gottesdienst geht."

Im RTL Radio-Podcast "FRAGEN WIR DOCH!" äußert sich Peter Hahne auch zur Frage, warum man heute noch Weihnachten feiern soll: "Es ist so wahnsinnig dunkel - in vielen Familien, an den Arbeitsplätzen, in der Gesellschaft, weltweit. Jesus wurde 800 Jahre vor seiner Geburt durch den Propheten Jesaja vorausgesagt. Dort heißt es: Das Volk, das im Finsteren wandelt, sieht ein helles Licht. Dieses Licht brauchen wir." Hahne ist sicher: "Weihnachten ist nötiger denn je, denn die Rücksichtslosigkeit, der man heute begegnet, ist schlimm."

Auch über seine persönlichen Erinnerungen an Weihnachten erzählt der langjährige ZDF-Journalist Peter Hahne im Podcast: "Über selbstgestrickte Socken und Plätzchen von Zuschauern musste ich mir an Weihnachten nie Sorgen machen. Wenn Zuschauer mir auch heute noch Päckchen schicken, ist mir dieses Kompliment mehr wert als manche Auszeichnung, die ich von Journalisten bekommen habe."

Hahne erinnert dabei im Podcast an seinen langjährigen Freund Dieter Thomas Heck, der 2018 gestorben ist: "Er hat das Gefühl vermittelt, dass er auch noch die letzte Oma im Publikum liebt. Das spüren Zuschauer." Hahne fordert: "Medien müssen wieder echt werden! Denn es ist heute leider die Ausnahme, dass man spürt, dass die Macher ihre Zuschauer, Hörer oder Leser lieben."

Das vollständige Gespräch mit Peter Hahne hören Sie ab Freitagmittag in Deutschlands Experten-Podcast "FRAGEN WIR DOCH!" für RTL Radio Deutschland und 105'5 Spreeradio auf www.spreeradio.de, www.rtlradio.de, www.fragenwirdoch.de sowie über Apple Podcasts, Spotify und SoundCloud.

Quelle: MAASS-GENAU - Das Medienbüro (ots)

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