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Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt: Man kann sich die "durchschaubaren Wirkungsmechanismen" auf Twitter leicht zunutze machen

Archivmeldung vom 08.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
journalist-12/20: Titelinterview mit Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt Bild: "obs/journalist - Das Medienmagazin/Holger Talinski"
journalist-12/20: Titelinterview mit Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt Bild: "obs/journalist - Das Medienmagazin/Holger Talinski"

Im Interview mit dem Medienmagazin journalist spricht Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt darüber, wie er versucht, die Empörungsstürme auf Twitter als Marketinginstrument für seine Zeitung zu nutzen.

Während die meisten Medien auf "den gleichen Trampelpfaden" mit einheitlicher Meinung unterwegs seien, hält Poschardt die Welt für "eine Art Bastion, in der das freiheitlich-liberale Denken noch was zählt" und "in der es keine Denk- oder Sprechverbote gibt".

Auf Twitter beobachtet Poschardt die immer gleichen Aufregungsstürme, wenn vom Mainstream abweichende Meinungen vertreten werden. Der Welt-Chefredakteur nennt diese Art der Empörung im journalist-Interview "Brigadentum". Ein Teil des Journalismusbetriebs habe sich laut Poschardt auf ein bestimmtes "Werte-, Moral-, Diskurs- und Sprachnormierungsprogramm geeinigt".

"Aus publizistischer Sicht kann man sich diese durchschaubaren Wirkungsmechanismen leicht zunutze machen", sagt Poschardt. Er tue dies, indem er über seinen Twitter-Account auf Geschichten in der Welt aufmerksam mache. Dabei würden oft "kleine Kommentare" von ihm ausreichen, um "scharfe Gegenreaktionen auszulösen". Die Welt profitiere von dieser Aufregung, weil Leser mit abweichender Meinung automatisch bei ihr landen würden. "Die Tristesse im deutschen Journalismus lässt sich an unseren Reichweitenzuwächsen ablesen", so Ulf Poschardt.

Über den Gegenwind, den einzelne Welt-Autoren und andere Journalisten in den sozialen Netzwerken erfahren, sagt Poschardt: "Es gibt ein halbes Dutzend Journalisten, die sollen, wenn es nach den Twitter-Brigaden geht, am liebsten für immer schweigen. Echte Liberale, dazu zähle ich Jan Fleischhauer, Henryk M. Broder, Don Alphonso oder Julian Reichelt. Ich finde gar keine Worte dafür, wie man mit dem Bild-Chefredakteur öffentlich umgeht." Auf die Frage, ob es ihn als Chefredakteur nicht interessiere, wenn die Twitter-Accounts seiner Kolumnisten mit Followern aus Identitären und Rechten volllaufen, antwortet Poschardt: "Mich interessieren vor allem die Texte von Don Alphonso."

Quelle: journalist - Das Medienmagazin (ots)


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