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Terminator-Star Linda Hamilton über ihre bipolare Störung: "In mir tobte das Chaos"

Freigeschaltet am 10.10.2019 um 06:30 durch Andre Ott
Linda Hamilton (2019)
Linda Hamilton (2019)

Foto: Gage Skidmore
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Schauspielerin Linda Hamilton, 63, die durch ihre Rolle in den Terminator-Filmen weltberühmt wurde, beschreibt im ZEITmagazin ihr Leben mit einer bipolaren Störung: "Ich bin bipolar, mein Gehirn läuft ohne Pause auf Hochtouren", sagt sie.

In ihrem Kopf liefen "dauernd Wortgefechte ab". Ihre "überschüssige Energie", so Hamilton, breche sich auch in ihren Träumen Bahn: "Ich glaube, sie haben mir geholfen, halbwegs gesund zu bleiben." Ihre Träume seien "eine Art nächtlicher Reinigung": "Das Gift in mir, die Angst, die Wut, die Verletzlichkeit - all das fließt in meine Träume ein."

Die ersten Jahrzehnte ihres Erwachsenenlebens seien für sie und für die Menschen um sie herum "extrem schwierig" gewesen: "Auf Außenstehende mag ich wie eine starke junge Frau gewirkt haben", sagt Hamilton. "Aber wer mich besser kannte, wusste: In mir tobte das Chaos." Linda Hamilton: "Ich war schon 40, als ich erstmals als bipolar diagnostiziert wurde." Danach, sagt sie, habe sie endlich angefangen zu begreifen, was in ihr vorging: "Ich bekam Medikamente, die mir halfen, therapeutische Hilfe anzunehmen und umzusetzen."

Zurzeit denke sie häufig an ihre beiden Ehen zurück, "an all die tiefen Verletzungen; an meinen ersten Mann, der mich kurz nach der Geburt unseres Sohns verlassen hat; an die Ehe mit James Cameron, die von unerbittlichen Kämpfen geprägt war; daran, wie wichtig all das für mich war und wie sehr es mich vereinnahmt hat". Früher habe sie geglaubt, "für immer zusammenzubleiben wäre der einzige Weg zum Glück". Hamilton: "Mit mir selbst glücklich zu sein, als starke, unabhängige Frau, ohne Partner - das war für mich unvorstellbar."

Heute wolle sie "um nichts in der Welt zurück in diese Beziehungen": "Ich führe ein wunderbares Leben, ohne Partner, aber reich an Beziehungen zu meiner Familie, zu Freunden und Nachbarn." Sie wünsche sich, ihrem jüngeren Ich sagen zu können: "Beziehungen scheitern, Herzen werden gebrochen, das ist der Lauf der Dinge; sein Glück von einer einzigen Person abhängig zu machen ist ungesund - es führt dazu, dass diese Person dich zerbrechen kann." Linda Hamilton: "Dieses Wissen hätte mir viel Leid erspart."

Quelle: DIE ZEIT (ots)

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