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Wim Wenders: Männer unter sich haben keine tolle Arbeitsmoral

Archivmeldung vom 22.12.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.12.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Wim Wenders auf der Berlinale 2011
Wim Wenders auf der Berlinale 2011

Foto: Adrignola
Lizenz: CC BY 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Regisseur Wim Wenders (78) glaubt, dass Filme mit Frauen am Set besser werden: "Um es mal ganz krass zu sagen: Männer unter sich haben meist keine tolle Arbeitsmoral", sagte Wenders der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Da wird zu viel geschwiegen oder zu viel dumme Witze gemacht. Wenn Frauen dazukommen, ändert sich die Einstellung schlagartig, in gut gemischten Teams sind alle anders drauf, wacher und beweglicher."

"Drehen macht viel mehr Spaß, wenn Frauen paritätisch mitmachen", so Wenders weiter. "In den 70er-Jahren bestanden Film-Teams oft fast ausschließlich aus Männern, und das brachte einfach nicht das Beste aus allen heraus, im Gegenteil, da kam schnell ein stumpfer Trott heraus." Wo aber Frauen in wichtigen Positionen mitwirkten, herrsche in der Filmarbeit "ein lebendigerer Geist".

Einen Ungeist beobachtet der Filmemacher seit Corona: "In unseren Breitengraden ist der Sinn fürs Allgemeinwohl ein Opfer der Pandemie geworden", sagte Wenders. Als Beispiel nannte er den Umgang mit E-Rollern: "In Berlin landen die E-Scooter, die man ja gemeinsam nutzt, oft in der Gosse, im Gebüsch oder quer über den Gehsteig. Die Leute fahren gern damit - egal, wie doof sie darauf aussehen und wie wenig sie von Verkehrsregeln halten -, aber sobald sie absteigen, ist das Ding wertlos." Einen Gegenentwurf dazu findet Wenders in Japan: "Die japanische Kultur hat einen größeren Gemeinschaftssinn. Was man gemeinsam nutzt, hat in Japan einen höheren Wert. Bei uns wird es eher missachtet."

Das habe sich auch an der unterschiedlich großen Bereitschaft gezeigt, in der Pandemie eine Atemschutzmaske zu tragen. Im Westen sei das oft als Zumutung empfunden worden. In Japan dagegen trage man Masken nicht zum Selbstschutz, sondern aus Sorge davor, andere zu infizieren. Wenders: "Lange vor der Pandemie haben Japaner in der Öffentlichkeit regelmäßig Masken getragen, aber eben, um andere nicht anzustecken."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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