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Beatrice von Weizsäcker zum 2. Jahrestag des Mords an ihrem Bruder Fritz "Es ist und bleibt furchtbar, unfassbar"

Archivmeldung vom 17.11.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.11.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Marianne Beatrice Freiin von Weizsäcker, Archivbild
Marianne Beatrice Freiin von Weizsäcker, Archivbild

Foto: Saibo
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Zwei Jahre nach dem Mord an ihrem Bruder Fritz von Weizsäcker ist die Tat für die Publizistin Beatrice von Weizsäcker nach wie vor unfassbar. "Bis heute kann ich mir das Geschehene nicht richtig vorstellen", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (ksta.de).

Der 19. November 2019 habe ihr Leben und das Leben meiner Familie im Kern erschüttert. Es gibt ein Davor und ein Danach. Ein psychisch Kranker hatte den Mediziner von Weizsäcker während eines Vortrags in Berlin mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt. Das Landgericht Berlin verurteilte den Täter wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft und ordnete seine Unterbringung in der Psychiatrie an. Im Prozess erfuhr die Schwester des Ermordeten, dass die Attacke ursprünglich ihr gelten sollte - als Repräsentantin des Evangelischen Kirchentags, dem die 63-Jährige zwölf Jahre als Präsidiumsmitglied angehörte. Es hat mich erst erschreckt, dann aber erstaunlich kalt gelassen. Weil es mich ja nicht getroffen hat. Später habe ich mich allerdings oft gefragt, warum Fritz und nicht ich?"

Von Weizsäcker brachte ihren Übertritt zur katholischen Kirche 2020 in Zusammenhang der Zeit der Trauer unmittelbar nach dem Mord. Sie habe zwar schon vorher überlegt zu konvertieren. Doch dann seien Formen, die in der katholischen Kirche gepflegt werden, bei ihr auf einen Boden gefallen, "der das brauchte": die Innerlichkeit, die Wärme, die Sinnlichkeit. Kerzen, Weihrauch, das Knien beim Beten, die Liturgie, der Ritus der Messe, der einem überall auf der Welt ein Gefühl von Zuhause gibt, ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit." Die Konvers sei dennoch "keine Entscheidung gegen etwas, sondern für etwas" gewesen, betonte sie.

Die Entscheidung für die katholische Kirche sei unabhängig von deren Haltung zu Frauen oder Homosexualität gefallen. Sie finde die kirchlichen Positionen hierzu sämtlich falsch, "völlig klar", so von Weizsäcker. Frauen ungleich zu behandeln und gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen zu verweigern - das geht ja auch gegen mich und meine Lebensform." Dabei gehe es um Fragen von Herrschaft, Autorität und Macht. "Mich stört das, mich ärgert das auch. Aber es berührt nur den Kopf, den Intellekt. Es erreicht nicht mein Herz und dringt nicht in meinen Glauben ein. Mein Katholischsein hängt nicht davon ab, was der Vatikan über Frauen und über Homosexualität sagt."

Mit Blick auf das "drängende Problem" des sexuellen Missbrauchs hält von Weizsäcker Strukturreformen für notwendig, "soweit der Missbrauch mit kirchlichen Strukturen zusammenhängt". Für ihre Zugehörigkeit zur katholischen Kirche jedenfalls sei "Gott wichtiger als die kirchenpolitischen Fragen, mit denen sich meine Kirche ins Abseits stellt. Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich es vielleicht doch versuchen. Und wer weiß, was da noch kommt."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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