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Autor Tellkamp: Merkel hätte gut in Roman "Der Turm" gepasst

Archivmeldung vom 20.09.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.09.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Uwe Tellkamp “Der Turm – Geschichte aus einem versunkenen Land”
Uwe Tellkamp “Der Turm – Geschichte aus einem versunkenen Land”

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp kann sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gut als Romanfigur in seinem Bestseller "Der Turm" über das Bürgertum am Ende der DDR-Zeit vorstellen. "Ich denke, dass Angela Merkel gut in die Gesellschaft passen würde, die ich in meinem Buch beschreibe", sagte der Dresdner Autor im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die `Turm`-Gesellschaft, das ist eine Gemeinschaft von Leuten, die eine gewisse Funktionselite darstellen: Techniker, Wissenschaftler, ohne die keine Gesellschaft auskommt," sagte Tellkamp, "und zu diesen Leuten gehörte auch Frau Merkel."

Für die heutige Kanzlerin, die in den achtziger Jahren als Physikerin in der Ost-Berliner Akademie der Wissenschaften tätig gewesen sei, habe die Frage nach Anpassung und Nische eine große Rolle gespielt, so der Schriftsteller. "Dieser Widerspruch zwischen Anpassung, Mitmachen und auch einer gewissen Mitschuld, das ist für mich etwas Typisches für den `Turm`", sagte Tellkamp. "Davon kann Frau Merkel auch was erzählen."

In seinem Roman, für den er 2008 den Deutschen Buchpreis erhielt, schildert Tellkamp die Geschichte einer bildungsbürgerlichen Familie. Die Handlung lehnt sich an Geschehnisse im Dresdner Villenviertel Weißer Hirsch an, in dem der 43-Jährige aufwuchs. Als dortiger Bewohner sei man "natürlich Rädchen im Getriebe" gewesen, "stand gleichzeitig aber der herrschenden Ideologie skeptisch gegenüber und verbalisierte das auch".

Die Verfilmung von Tellkamps Roman "Der Turm" wird am 3. und 4. Oktober in der ARD ausgestrahlt. Tellkamp hat dem Projekt mit Sorge entgegen gesehen. "Angst hatte ich schon", sagte er, "meine Hauptfurcht war: Ein Film hat eine ungleich größere Macht als ein Text." Was im Film missglücke, falle auf das Buch zurück. Der ARD-Zweiteiler gefalle ihm jedoch sehr: "Weil Drehbuchautor und Regisseur es vermocht haben, sich freizumachen von den Verführungen des Stoffes, die da heißen: Schwarz-Weiß-Malerei, Klischeebildung, Beeindruckungskeule." Der Film vermittle ein Gefühl vom Leben hinter einer Mauer. Deshalb habe ihn die Verfilmung sogar zu Tränen gerührt.

"Der Turm" galt lange als unverfilmbar. Regisseur des Zweiteilers ist Christian Schwochow, der Produzent Nico Hofmann ("Stauffenberg", "Dutschke", "Mogadischu").

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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