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Initiative #allesaufdentisch": So professionell bewertet die dpa

Archivmeldung vom 05.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Screenshot "#allesaufdentisch", hier Thema "Faktenchecker": Kommunikationsforscher Michael Meyen im Gespräch mit dem Schauspieler Volker Bruch.
Screenshot "#allesaufdentisch", hier Thema "Faktenchecker": Kommunikationsforscher Michael Meyen im Gespräch mit dem Schauspieler Volker Bruch.

Bild: Screenshot #allesaufdentisch / RT / Eigenes Werk

Am Donnerstag schaffte es eine rasch zusammengeschusterte dpa-Nachricht mit der Aussage eines "Experten für Verschwörungsideologien", die Aktion #allesaufdentisch" in kürzester Zeit zu diskreditieren. Der vermeintliche "Fachmann" stellt sich dabei als Ex-Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung des DGB mit einem Bachelor-Abschluss heraus. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Die Macht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist enorm. In einem Artikel vom Donnerstag zitiert Deutschlands größte Nachrichtenagentur dpa einen – wenn auch weitgehend unbekannten – Politikwissenschaftler und zieht ihn als "Experten" gegen die angeblich "umstrittene" Initiative #allesaufdentisch zu Rate. Nachdem die 53 Gesprächsvideos von Künstlern mit Experten im Netz gelandet waren, wurde daran anschließend die dpa-Nachricht darüber von fast allen großen Zeitungen des Landes umgehend übernommen.

Allerdings kommt auch umgehend Kritik bezüglich des "Experten für Verschwörungsideologien" Josef Holnburger vom promovierten Wirtschaftsjournalisten Norbert Häring. Der schreibt nämlich auf seinem Blog:

"Dessen [Holnburgers] Statement nutzt eine Sprache, die in freiheitlichen Gesellschaften nicht üblich ist. Sein Status als Wissenschaftler darf (hiermit) als 'umstritten' gelten."

Doch was genau bemängelt Häring? Er stört sich besonders an folgender Passage der dpa-Nachricht mit Bezugnahme auf den "Experten":

"Nach Ansicht eines Experten für Verschwörungsideologien befeuert die Aktion ein 'schädliches Narrativ'. Über die Schauspieler und Künstler verbreiteten sich wissenschaftliche Minderheitenmeinungen über die Pandemie-Leugner-Szene hinaus, diese würden als Mehrheitspositionen dargestellt, sagte Politikwissenschaftler Josef Holnburger."

Unklar sei laut Häring, was eigentlich ein "Pandemie-Leugner" ist. Häring vermutet einen Zusammenhang zum "Corona-Leugner". Eine wissenschaftliche Spräche sähe – so oder so – jedenfalls anders aus. Noch kritischer sieht Häring allerdings die Verwendung des Begriffs 'schädliches Narrativ'. Er schreibt:

"Die Einteilung von Informationen und Meinungen in 'schädlich' und nützlich kannte man bisher nur von Regierungen mit totalitärem Anspruch. Die Ostdeutschen können ein langes Lied davon singen. Im Westen mit seinem freiheitlichen Selbstverständnis wurden solche Einteilungen aus gutem Grund bisher nicht verwendet, jedenfalls nicht dermaßen prominent und weit verbreitet. Der Begriff verdient daher die Aufnahme ins Corona-Neusprech-Kompendium."

Insbesondere stört sich Häring an der Auswahl dieses "Experten für Verschwörungsideologien". Der sei Politikwissenschaftler, heißt es in dem Bericht mit dem Schwerpunkt auf die "Forschung zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologien". Im März 2021 gründete er u.a. mit Pia Lamberty das "gemeinnützige Center für Monitoring, Analyse und Strategie".

Der Thinktank wird von 2021 bis 2024 durch die Alfred Landecker Foundation mit 2,8 Millionen Euro unterstützt. Mit Lamberty – einer Sozialpsychologin mit Master-Abschluss –, die in den letzten anderthalb Jahren in zahlreichen Talkshows über "Verschwörungsideologien" rund um die Corona-Krise zu sehen war, sitzt Holnburger in der Geschäftsführung dieser gut ausgestatteten Denkfabrik. Lamberty ist darüber hinaus Mitglied im internationalen Fachnetzwerk Comparative Analysis of Conspiracy Theories – das unter anderem von der Europäischen Union im EU-Projekt Horizon 2020 gefördert wurde.

In Holnburgers Lebenslauf ist weiter zu finden, dass er mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung im Jahr 2017 immerhin einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaft erwarb. Für Häring ist das allerdings etwas (zu) wenig Expertise, um bei der dpa so gewagte und nicht belegte Thesen aufzustellen. Er resümiert:

"Die Aktion #allesaufdentisch gilt der dpa und damit weiten Teilen der deutschen Medienlandschaft schon beim Start als umstritten, weil die dpa einen 'Politikwissenschaftler' mit Bachelorabschluss findet, der sie als schädlich bezeichnet."

Quelle: RT DE

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