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Leander Haußmann sieht "Stockholm-Syndrom" bei DDR-Bürgern

Archivmeldung vom 04.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Intendant Leander Haußmann gibt bei seinem Abschied vom Schauspielhaus Bochum am 3. Juni 2000 Autogramme
Intendant Leander Haußmann gibt bei seinem Abschied vom Schauspielhaus Bochum am 3. Juni 2000 Autogramme

Foto: Maschinenjunge
Lizenz: CC-BY-SA-2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der in der DDR aufgewachsene Regisseur Leander Haußmann sieht psychologische Ursachen für die positive Wahrnehmung der DDR durch viele seiner Landsleute: "Die DDR und ihre Bürger - eine besonders perfide Spielart des `Stockholm-Syndroms`", schreibt Haußmann in einem Beitrag für "Bild am Sonntag" (Feiertagsausgabe).

"Die Sensibilität dafür, dass man in Geiselhaft war, ging verloren in einem diffusen Gefühl von Geborgenheit, das dir eine Notgemeinschaft aus Familie, Freunden, Kollegen und Nachbarn gab, die ein paralleles Leben führte, geduldet und im Schatten der offiziellen Staatsdoktrin. Das ist die andere DDR, die oft von uns in der Erinnerung mit der offiziellen vermischt wird", so der Regisseur weiter. "Diese Parallel-DDR entwickelte eine ganz eigene Kultur, der Sprache, des Humors und des Denkens."

Diese "geheime Welt" habe die Bewohner der DDR mit einem "Gefühl der Wärme" erfüllt. Die Erinnerungen daran seien für Außenstehende kaum vermittelbar. "Gibt es deswegen so ein komisches, vielleicht auch schamhaftes Dankbarkeitsgefühl? Vielleicht will man eben nicht Opfer sein, nicht Amboss, sondern Hammer. Vielleicht ein Selbstbetrug. Wie die Geisel, die sich in den Geiselnehmer verliebt - bis zur Identifikation."

Haußmann sieht die DDR als Unrechtsstaat: "War die DDR ein Unrechtssystem? Ja. Aber In der Diktaturen-Olympiade hätte es nicht einmal für Bronze gereicht." Das sei aber keine Entschuldigung. "Es wurden in der DDR Existenzen zerstört, Menschen getötet, Kinder zwangsadoptiert, Recht zu Unrecht gebeugt, die Köpfe der Menschen indoktriniert, all das und noch viel mehr."

Studie: In neuen Ländern hat sich ein starker Mittelstand etabliert

In Ostdeutschland hat sich in dem Vierteljahrhundert seit dem Mauerfall ein leistungsstarker und wettbewerbsfähiger Mittelstand etabliert. Das zeigt eine unveröffentlichte Untersuchung der Beratungsgesellschaft PwC, die der "Welt am Sonntag" (Feiertagsausgabe zum 3. Oktober) vorliegt. "Unternehmen in Ost und West agieren 25 Jahre nach dem Mauerfall in vielen Bereichen auf Augenhöhe", heißt es in der Studie, für die 220 Mittelständler in Ost- und Westdeutschland befragt wurden.

"Die Mittelständler, denen wir in Ostdeutschland begegnen, sind extrem selbstbewusst", sagte PwC-Vorstand Peter Bartels. "Sie haben in der Regel ihre Unternehmen selbst aufgebaut und wenn das Unternehmen heute nach 25 Jahren noch Bestand hat, haben sie sich offensichtlich erfolgreich gegen westliche Unternehmen durchgesetzt."

Die Unternehmen selbst schätzen die meisten Standortfaktoren im Osten im Durchschnitt schlechter ein als im Westen. So beurteilen 63 Prozent der ostdeutschen Mittelständler die Verfügbarkeit von Fachkräften als "gut" oder "sehr gut", während im Westen 74 Prozent dies tun. Auch die Infrastruktur wird in Ostdeutschland seltener als in Westdeutschland mindestens als "gut" betrachtet (74 gegenüber 80 Prozent).

Allerdings schneidet der Osten bei der Beurteilung der regionalen Wirtschaftsförderung besser ab (72 gegenüber 66 Prozent). Bei der Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung liegt der Osten auch vorn, wenngleich nur leicht (84 gegenüber 83 Prozent).

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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