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Martin Suter: "Auch ich habe getäuscht"

Archivmeldung vom 21.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Martin Suter Frankfurter Buchmesse 2012
Martin Suter Frankfurter Buchmesse 2012

Lizenz: CC0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

"Natürlich habe auch ich getäuscht. Als ich studieren wollte, akzeptierte die Universität Basel mein englisches Abitur nicht", sagt Martin Suter im Interview mit der Philosophie-Zeitschrift HOHE LUFT (Ausgabe 4/2015). Der Schweizer Schriftsteller gab gegenüber seinen Eltern vor zu studieren: "Ich verließ morgens weiterhin mein Elternhaus und kehrte abends zurück. Doch statt zu lernen, hing ich die meiste Zeit in Cafés herum - wovon meine Eltern keine Ahnung hatten." Beruflich nutzt Suter die Täuschung als Stilmittel: "Heute muss ich als Schriftsteller meine Leser täuschen. Jede Geschichte braucht ein Geheimnis."

Auch das eigene Leben gibt Suter Rätsel auf. "Ich denke, dass ein Leben nicht ausreicht, um sich selbst kennenzulernen." Und, wie Suter auch bei sich selbst beobachtet, würden Menschen beängstigende Dinge ganz ausblenden: "Mir macht besonders die Erkenntnis Angst, dass auch die Menschen, die ich liebe, irgendwann sterben werden. Doch will ich mir dies wirklich vergegenwärtigen? Vielleicht lebe ich lieber mit dem Panzer, der Abwehr, die ich mir im Laufe des Lebens zu eigen gemacht habe", bekennt der Familienvater, der mit seiner Frau und Tochter nach vielen Jahren im Ausland kürzlich in die Schweiz zurückkehrte.

Der "Panzer" schützt den 67-Jährigen auch vor öffentlichen Zuschreibungen: "Vielleicht will ich deswegen auch nur bis zu einem bestimmten Grad wissen, was die Menschen über mich denken", sagt der ehemalige Werbetexter und räumt gleichzeitig ein: "Es gibt keine einfachen Wahrheiten, sie unterliegen stets der Perspektive des Betrachters. Und da es eine absolute Wahrheit nicht gibt, sollte man sich auch nicht so wichtig nehmen und glauben, seine Annahmen laut herausposaunen zu können." Seine Strategie: "Also benehme ich mich - selbst wenn ich denke, dass mein Gegenüber ein Arschloch ist. Ich könnte mich ja irren", sagt Martin Suter im Gespräch mit HOHE LUFT.

Quelle: Hohe Luft Magazin (ots)

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