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Handke sieht Notre-Dame als Symbol der Hoffnung für Europa

Archivmeldung vom 25.04.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.04.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Peter Handke, 2006
Peter Handke, 2006

Von Der ursprünglich hochladende Benutzer war Mkleine in der Wikipedia auf Deutsch - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0, Link

Der bei Paris lebende österreichische Schriftsteller Peter Handke sieht in der durch ein Feuer schwer beschädigten Kathedrale Notre-Dame ein Symbol der Hoffnung für Europa. "Vielleicht kann man da, an diesem Verlust, spüren, wo wir zusammengehören. Dass Europa Notre-Dame ist", sagte Handke der Wochenzeitung "Die Zeit".

Notre-Dame sei "das Schiff der Menschheit, das gegen eine östliche und südliche Ewigkeit fährt". Der Brand dieses außergewöhnlichen Symbols führe der Gesellschaft nun ihre Verletzlichkeit vor: "Wenn die Symbole zusammenbrechen, dann merkt man auch, was überhaupt zusammenbrechen kann", so der Schriftsteller weiter. Den Brand selbst habe er als einer der Ersten bemerkt, als er sich 200 Meter entfernt auf dem Weg ins Kino befand: "Ich hab gesehen, dass am Himmel etwas los war. Und es war mir im Wortsinn schummrig, weil niemand außer mir das gesehen hat. Da waren riesige Wolken, die aber nicht dunkel waren, sondern schwefelgelb, die schwebten weit über den Häusern und sanken dann wieder zusammen, dann quoll es wieder hinauf, dermaßen wüst und aggressiv", sagte Handke.

Er sprach auch über seine pro-serbischen Äußerungen, die seit den Jugoslawienkriegen wiederholt für Kontroversen gesorgt haben. "Die ganze Welt hat Serbien allein gelassen, und dann werden die bombardiert. Der größte Skandal in der Geschichte der Nachkriegszeit ist das, was man mit Jugoslawien gemacht hat. Und ich war der Idiot, weil ich es gesagt habe", so der Schriftsteller. Verantwortlich für die Jugoslawienkriege und Genozide auf dem Balkan seien der damalige französische Präsident Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl gewesen: "Dann kamen diese zwei Pflaumen, diese Nichtsnutze, und dann hat der Mitterrand um der deutsch-französischen Freundschaft willen Kroatien und Slowenien und Bosnien-Herzogewina anerkannt", sagte Handke der Wochenzeitung "Die Zeit". Dies sei "völliger Wahnsinn" gewesen. "Ohne Mitterrand wäre es nie zu diesen Massakern überall gekommen", so der Schriftsteller weiter.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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