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Demenz: Entzündungen des Gehirns relevant

Archivmeldung vom 19.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gehirn-Sans: Forscher sind Entzündungen auf der Spur.
Gehirn-Sans: Forscher sind Entzündungen auf der Spur.

Bild: pixelio.de, Rike

Eine Entzündung des Gehirns ist laut einer Studie der University of Cambridge bei Demenzerkrankungen häufiger beteiligt als bisher angenommen. Damit besteht laut den Forschern Hoffnung auf neue Behandlungsansätze für verschiedene Arten von Demenz. Die Forschungsergebnisse wurden in "Brain" veröffentlicht.

"Junk-Proteine" als Quelle

Eine Entzündung ist normalerweise die Reaktion des Körpers auf eine Verletzung und eine Belastung wie die Rötung und Schwellung, die mit einer Verletzung oder Infektion einhergeht. Eine Entzündung des Gehirns, die Neuroinflammation, wurde bisher bereits mit einer Reihe von Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen und Multipler Sklerose in Verbindung gebracht. Erst kürzlich wurde ein Zusammenhang mit Alzheimer hergestellt.

Die aktuelle Studie hat untersucht, ob eine Neuroinflammation auch bei anderen Formen von Demenz vorkommt. Dies würde bedeuten, dass sie bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen verbreitet ist. Die Forscher rekrutierten 31 Patienten mit drei verschiedenen Arten von Frontotemporaler Demenz. Dabei handelt es sich um eine Reihe verschiedener Erkrankungen, die durch die Ansammlung mehrerer abnormaler "Junk-Proteine" im Gehirn verursacht wird.

Bei den Patienten wurden Gehirn-Scans zur Feststellung einer Entzündung und der Junk-Proteine durchgeführt. Bei zwei Positronen-Emissions-Tomographien wurde eine Injektion mit einer chemischen Farbe eingesetzt, die bestimmte Moleküle aufleuchten lässt, wenn entzündete Zellen oder Junk-Proteine vorhanden sind. Beim ersten Scan ließ die Farbe Zellen aufleuchten, die eine Neuroinflammation verursachen. Sie weisen auf eine bestehende Schädigung der Gehirnzellen und ihrer Verbindungen hin. Beim zweiten Scan bindet sich die Farbe an verschiedene Arten von Junk-Proteinen an, die bei diesen Krankheiten vorkommen.

Frontotemporale Demenz

Die Forscher haben nachgewiesen, dass über das Gehirn verteilt und bei allen drei Arten von Frontotemporaler Demenz Folgendes gilt: Je mehr Entzündung in jedem Bereich des Gehirns vorhanden ist, desto größer auch die Ansammlung von Junk-Proteinen. Für den Nachweis, dass die Farben die Entzündung und die schädlichen Proteine erkannten, wurden unter dem Mikroskop zwölf nach dem Tod gespendete Gehirne untersucht.

Die Forscher waren davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entzündung des Gehirns und der Ansammlung schädlicher Proteine gibt. Forschungsleiter Thomas Cope zeigte sich aber überrascht, wie eng diese beiden Probleme miteinander in Verbindung standen. Kollege Richard Bevan Jones hält einen Teufelskreis für möglich, bei dem der Zellschaden eine Entzündung auslöst, die ihrerseits zu einer weiteren Schädigung der Zellen führt. Weitere Forschung sei nötig, um dieses Wissen zur Rolle der Neuroinflammation bei Demenz in prüfbare Behandlungsansätze umzuwandeln.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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