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Hirn-Mikroblutungen sagen Therapieerfolg voraus

Archivmeldung vom 16.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Läsionen: Mikroblutungen nun sichtbar gemacht.
Läsionen: Mikroblutungen nun sichtbar gemacht.

Bild: Latour Lab/ninds.nih.gov

Mithilfe von Advanced Imaging haben Forscher des National Institute of Neurological Disorders and Stroke neue Erkenntnisse über traumatische Mikroblutungen gewonnen. Diese Blutungen werden nach Kopfverletzungen als kleine, dunkle Läsionen auf MRT-Aufnahmen sichtbar. Normalerweise sind sie jedoch zu klein, um auf CT-Bildern nachweisbar zu sein. Die in "Brain" veröffentlichten Ergebnisse weisen darauf hin, dass es sich bei traumatischen Mikroblutungen um eine Art der Verletzung der Blutgefäße des Gehirns handelt, die auch Hinweise auf schlechtere Behandlungserfolge sein können.

Schäden mit gravierenden Folgen

Laut Seniorautor Lawrence Latour ist bereits bekannt, dass Schädigungen der Hirnzellen ernste Folgen haben können, die genauen Folgen dieser vaskulären Verletzungen nach einer Kopfverletzung müssten jedoch noch genauer erforscht werden. Für die jetztige Studie wurden die Daten von 439 Erwachsenen ausgewertet, die eine Kopfverletzung erlitten hatten und in einer Notaufnahme behandelt worden waren. MRT-Scans wurden innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der Verletzung durchgeführt. Weitere Scans folgten bei vier weiteren Terminen. Ergänzend füllten die Patienten Fragebögen zu Verhalten und Ergebnissen aus.

Die Ergebnisse belegen, dass 31 Prozent der Studienteilnehmer über Mikroblutungen verfügten. Mit 58 Prozent wies mehr als die Hälfte der Patienten mit schweren Kopfverletzungen auch Mikroblutungen auf. Bei leichteren Verletzungen lag dieser Prozentsatz bei nur 27 Prozent. Die Mikroblutungen wurden entweder als lineare Streifen oder gepunktet sichtbar. Der Großteil der Betroffenen verfügte über beide Arten dieser Blutungen. Die Ergebnisse haben zusätzlich gezeigt, dass die Frontallappen des Gehirns am ehesten von Mikroblutungen betroffen waren.

Blut in Makrophagen nachgewiesen

Patienten mit Mikroblutungen waren eher von Behinderungen betroffen. Diese Beeinträchtigungen wurden mittels einer Skala für den Behandlungserfolg ermittelt. Die Familie eines Patienten, der nach der Beendigung der Studie verstarb, spendete sein Gehirn für weitere Studien. Die Ergebnisse wiesen Eisen nach. Das weist darauf hin, dass sich entlang den im ursprünglichen MRT sichtbaren Blutgefäßen, Blut in den Makrophagen, also in den Immunzellen des Gehirns, befunden hat. Davon dürften auch Bereiche betroffen gewesen sein, die mit dieser Untersuchungsmethode nicht sichtbar gemacht werden konnten.

Laut der Erstautorin Allison Griffin könnten Mikroblutungen nach einer Schädelverletzung auch als Biomarker für die Identifizierung von Patienten dienen, die Kandidaten für eine Behandlung von vaskulären Verletzungen sein können. Am jetzt publizierten Forschungsprojekt waren zusätzlich Forscher des Cold Spring Harbor Laboratory http://cshl.edu und der Uniformed Services University of the Health Sciences beteiligt.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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