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RNA-Schnipsel retten Gefäße vor Atherosklerose

Archivmeldung vom 05.06.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.06.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Blutplättchen im Gefäß: microRNA schützt Wand.
Blutplättchen im Gefäß: microRNA schützt Wand.

Bild: pixabay.com, qimono

Winzige Abschnitte aus RNA, einer dem Erbmolekül DNA eng verwandten Nukleinsäure, sind entscheidend an der Genregulation beteiligt und spielen auch bei der Entstehung von Krankheiten, etwa der Atherosklerose, eine wichtige Rolle. Zu dem Schluss kommen Forscher der Universität München (LMU). Details wurden in "Science Translational Medicine" publiziert.

Innenwände geschützt

Typischerweise agieren diese sogenannten microRNAs (miRNAs) im Zytoplasma, wo sie zur Stilllegung von Genen beitragen, indem sie die Umsetzung genetischer Informationen in Proteine blockieren. Den LMU-Forschern nach kann die miRNA miR-126-5p auch in den Zellkern transportiert werden. Dort hemmt sie das Enzym Caspase-3, das den programmierten Zelltod auslöst. Dadurch wird die Gefäßinnenwand geschützt und atherosklerotischen Läsionen vorgebeugt. Das neue Wissen darum könnte zu wirksameren Therapien führen.

Die miRNA miR-126-5p ist in Endothelzellen stark angereichert und spielt für den Schutz der Zellen eine wichtige Rolle. Die Forscher haben nun die Mechanismen hinter dieser Funktion untersucht und aufgedeckt, dass durch die Blutströmung erzeugter hoher Scherstress die Schutzwirkung initiiert. "Der hohe Scherstress setzt in den Endothelzellen einen mehrstufigen Prozess in Gang: Dabei geht die microRNA miR-126-5p im Zytosol einen Komplex mit einem RNA-bindenden Protein ein", sagt Donato Santovito, Postdoc an der LMU und Erstautor.

In Zellkern transportiert

Der Komplex wird in den Zellkern transportiert, wo sich miR-126-5p löst, an das Enzym Caspase-3 bindet und dieses dadurch hemmt. Das Enzym ist am programmierten Zelltod beteiligt, der sogenannten Apoptose. Viele Risikofaktoren für Atherosklerose lösen die Apoptose von Endothelzellen aus. Indem sie Caspase-3 im Zellkern hemmt, schützt miR-126-5p die Endothelzellen vor dem Zelltod und verhindert damit, dass an Stellen mit hoher Scherbeanspruchung Schäden auftreten, die Atherosklerose begünstigen. Zudem stellt ein intaktes Endothel eine wichtige Schutzbarriere für das gesamte Gefäßsystem dar.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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