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Vanille-Aroma aus Plastikabfall

Archivmeldung vom 13.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Plastikabfall (Symbolbild)
Plastikabfall (Symbolbild)

Bild: © CC0 / cocoparisienne / Pixabay

Jetzt kann man also Vanillin aus Plastikabfällen herstellen. Gewisse Bakterien erledigen gerne den Job, wie schottische Forscher zeigen konnten. Gut für die Weltmeere, gut fürs Recycling und auch für den menschlichen Verzehr geeignet, wie es heißt. Fragt sich nur, wer das essen wird. Dies schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter heißt es diesbezüglich auf deren deutschen Webseite: "Das Plastikproblem kann auf verschiedensten Wegen angegangen werden. Altplastik schreddern und aus dem Granulat minderwertige Produkte herstellen ist nur einer davon. Rückgewinnung von Öl oder Methan und Strom aus den Kunststoffen ist ein anderer Ansatz.

Von der schottischen University of Edinburgh bekommen solche Methoden nun allerdings Konkurrenz. Neuer Mitspieler ist das allseits bekannte Bakterium Escherichia coli, das unter anderem als nützlicher Bewohner des menschlichen Darms Weltberühmtheit erlangt hat.

Offensichtlich kann der stäbchenförmige Mikroorganismus Kunststoffe in Vanillin umsetzen, das unter anderem Vanilleeis seinen einzigartigen Geschmack gibt. Genau genommen, haben die Forscher das Bakterium genetisch ein bisschen nachgebessert, damit es Terephthalsäure – einen Bestandteil des verbreiteten Kunststoffs PET – zu Vanillin verarbeiten kann. Mit zuvor chemisch zersetzten Plastikflaschen hat es bereits geklappt.

Und ja, die Forscher sagen, dass der Stoff für den Verzehr durch Menschen taugen dürfte. Also Augen zu und durch? Von der Mülldeponie in den Mund? Und dazwischen tut ein Darmbakterium sein Werk?

Das Beruhigende: Rein chemisch hat das aufgereinigte Vanillin nicht mehr viel mit der Flasche zu tun, aus der weiß Gott wer getrunken oder in die weiß Gott wer weit Schlimmeres gefüllt haben mochte. Rein gesellschaftlich betrachtet ist das Ganze auch relevant, wenn man bedenkt, dass jährlich 50 Millionen Tonnen PET produziert werden. Auf der anderen Seite führen die Forscher einen weltweiten Vanillinbedarf von 37.000 Tonnen aus dem Jahr 2018 an. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack und die Frage, ob man nicht besser etwas anderes aus dem PET produzieren könnte.

Immerhin: Vanillin wird nicht nur in Eis und andere Lebensmittel hinzugefügt, es landet auch in Kosmetikprodukten oder Herbiziden. Außerdem wird es auch als „erstes Beispiel des Einsatzes eines biologischen Systems, um Plastikabfälle zu einer wertvollen Industriechemikalie upzucyceln“ angepriesen. Weitere mögen kommen."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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