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Bauernverband hält trotz Hunger wegen Ukrainekriegs an hohen Tierzahlen fest

Archivmeldung vom 05.04.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.04.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Symbolbild
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Bild: Eigenes Werk /OTT

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied verteidigt trotz Hungers in Entwicklungsländern infolge des Ukrainekriegs, dass das meiste Getreide verfüttert und nicht gegessen wird. "Auch Futter ernährt letztendlich indirekt uns Menschen", sagte Rukwied der Tageszeitung "taz".

Fleisch- und Milchprodukte seien für eine ausgewogene Ernährung erforderlich. Zudem sei die Tierhaltung nötig, um für Artenvielfalt und Klimaschutz wichtige Wiesen und Weiden zu erhalten. Zum Einwand, dass das Vieh auch Kalorien für den Eigenverbrauch benötige, die deshalb für die menschliche Ernährung verlorengingen, antwortete er: "Unsere Verbraucherinnen und Verbraucher sollen frei entscheiden, was sie konsumieren." Rukwied forderte, dass auch die deutschen Bauern in diesem Jahr auf für den Umweltschutz bestimmten "ökologischen Vorrangflächen" Futter- und Lebensmittel anbauen dürfen.

"Wir schätzen, dass man circa 2 Prozent der Ackerfläche, also 250.000 Hektar, zusätzlich nutzen könnte. Das sollte die Bundesregierung ermöglichen, um das Risiko einer globalen Ernährungskrise aufgrund mangelnder Nahrungsmittel zu reduzieren." Die Artenvielfalt würden die Landwirte durch andere Maßnahmen fördern. "Wir werden natürlich auch in diesem Jahr unsere Uferrandstreifen haben, auf denen keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Es wird zum Beispiel weiterhin Blühstreifen mit Pflanzenmischungen für Insekten und Bestäuber geben." Rukwied stellte auch den Ausbau der Biolandwirtschaft angesichts des Krieges in Frage. "Die Erträge im Ökolandbau sind einfach deutlich unter denen im konventionellen Anbau. Da muss man schon intensiv darüber nachdenken, ob das ein zielführender Ansatz ist." 2019 wurden 57 Prozent der deutschen Getreideproduktion laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nicht gegessen, sondern verfüttert. 12 Prozent des Getreides wurden demnach zu Kraftstoff oder Biogas verarbeitet. Umweltverbände forderten nach Warnungen vor Lieferausfällen, diese Anteile drastisch zu senken.

Quelle: taz - die tageszeitung (ots)


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