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Studie: Bundesregierung unternimmt zu wenig gegen Antibiotika in Tierfleisch

Archivmeldung vom 24.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Bernd Wachtmeister / pixelio.de
Bild: Bernd Wachtmeister / pixelio.de

Die Bundesregierung unternimmt zu wenig gegen den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Das geht laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus einer Studie der Grünen im Europäischen Parlament hervor. Zwar hat der Bundestag im Februar eine Änderung des Arzneimittelgesetzes angestoßen. Diese sieht aber weder ein eindeutiges Ziel noch eine verpflichtende zentrale Datenbank vor.

Damit sei "noch immer unklar, ob es in Deutschland in den nächsten Jahren eine effektive Antibiotikapolitik geben wird", so das Fazit der Studie. Vor allem in der konventionellen Tierhaltung werden flächendeckend Antibiotika eingesetzt, geschätzt mehr als doppelt so viele, wie den Bundesbürgern als Arzneien verschrieben wurden.

Die Medikamente im Fleisch nehmen die Konsumenten über die Nahrung mit auf. Deshalb haben sich Bakterien gebildet, die selbst gegen wichtige Antibiotika resistent sind, so dass die Mittel im Ernstfall nicht mehr helfen. Die Europäische Arzneimittelbehörde schätzt, dass dadurch mindestens 25.000 Menschen pro Jahr sterben.

Die Studie zeigt, dass Länder wie die Niederlande und Dänemark dank klarer gesetzlicher Auflagen den Antibiotikaeinsatz in den vergangenen Jahren um bis zu 50 Prozent reduziert haben. "Die deutsche Regierung weigert sich allerdings, ein verpflichtendes Melderegister und ein klares Senkungsziel vorzugeben", sagte Martin Häusling, Europa-Abgeordneter der Grünen.

Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert Häusling eine Halbierung des Pharma-Einsatzes binnen fünf Jahren, eine europaweit gültige Strategie sowie eine Änderung der Tierhaltungsbedingungen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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