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Einkaufsratgeber: Sprotte statt Schwertfisch - Lieber kleine Schwarmfische statt Raubfische essen

Archivmeldung vom 25.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Europäische Sprotte (Sprattus sprattus)
Europäische Sprotte (Sprattus sprattus)

Foto: © Hans Hillewaert
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Welchen Fisch kann man noch mit gutem Gewissen essen? Diese Frage beantwortet der neu aufgelegte WWF-Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte. Ein einfaches Ampelsystem gibt umweltbewussten Verbrauchern Orientierung an der Fischtheke.

"Wie umweltverträglich der Fisch auf dem Teller ist, hängt davon ab wo und wie er gefangen wurde. In vielen Fanggebieten sind die Bestände überfischt und manche Fangmethoden verursachen zu viel Beifang oder richten schwere Verwüstungen in der Meeresumwelt an", sagt Catherine Zucco, Fischereiexpertin des WWF Deutschland. Sie empfiehlt, höchstens einmal die Woche Fisch zu essen und beim Einkauf auf Art, Herkunft und Fanggerät zu achten.

Fanggebiet und Methode müssen auf der Verpackung ausgewiesen sein und lassen sich mit dem Ampelsystem des WWF-Fischratgebers leicht abgleichen. Eine Faustregel gibt die Fischereiexpertin zur Orientierung: "Besser kleinere Schwarmfische wie Sprotte, Sardine oder Sardelle wählen statt großer Raubfische wie Schwertfisch, Gelbflossenthunfisch oder Kabeljau. Gerade die stark nachgefragten Raubfische sind meist überfischt", so Zucco. Ältere Raubfische von der Spitze der Nahrungskette sind zudem häufig mit gesundheitsschädlichen Schwermetallen belastet. Auch Raubfische aus Aquakultur wie Dorade, Lachs oder Seebarsch sollte man eher meiden, denn ihr Futter enthält Wildfisch, wodurch der Druck auf die Bestände zunimmt. "Karpfen sind dagegen rundum empfehlenswert, sie sind Allesfresser mit einem hohen Anteil an pflanzlichem Material im Futter. Auch Welse und Tilapien sind gute Futterverwerter. Wenn sie in Europa in Kreislaufanlagen gezüchtet werden sind sie eine gute Alternative."

Besonders beliebte Speisefische sind hierzulande Alaska Seelachs, Lachs, Thunfisch, Hering, sowie Garnelen. Von diesen Arten die rund zwei Drittel des Fischkonsums in Deutschland ausmachen, kann der WWF keine uneingeschränkt empfehlen. Der oft in Fischstäbchen verarbeitete Alaska Seelachs ist bestenfalls gelb gelistet und somit nur für gelegentlichen Verzehr ratsam. Auch bei den anderen Arten sollte man genau hinschauen: "Pazifischer Wildlachs aus Alaska ist eine bessere Wahl als konventionell gezüchteter atlantischer Lachs, der in deutschen Supermarktregalen dominiert. Hering aus der Nordsee wird noch nicht überfischt, doch in der Ostsee sind unsere regionalen Heringsbestände zu klein und werden zu stark befischt.", sagt Catherine Zucco, Fischereiexpertin beim WWF Deutschland. Wer regionalen Fisch mag, kann auch auf Sprotten zurückgreifen, die Bestände sind in Nord- und Ostsee gesund. Tropische Garnelen aus Wildfang sind beim WWF rot gelistet, weil Garnelenfischerei enormen Beifang verursacht und Lebensräume am Meeresboden schädigt. Auch der vom Aussterben bedrohte Aal, Granatbarsch, sowie Haiprodukte wie z.B. Schillerlocken gehören gar nicht auf den Teller.

Der WWF -Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte ist als App zum kostenfreien Download in den App-Stores erhältlich. Die Online-Fassung ist unter https://fischratgeber.wwf.de/ abrufbar.

Hintergrund:

  • In den Einkaufsratgeber fließen folgende Kriterien ein: Zustand der Fischbestände, Umweltauswirkungen sowie Management von Fischereien und Aquakulturen weltweit. Die Bewertung folgt einer von Umweltverbänden und Fischereiwissenschaftlern entwickelten wissenschaftlichen Methode.
  • 34 Prozent der weltweiten Fischbestände sind derzeit überfischt, weitere 60 Prozent werden voll, d.h. bis an die Grenzen ihrer Regenerationsfähigkeit, befischt.

Quelle: WWF World Wide Fund For Nature (ots)

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