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Dr. Oetker verzichtet auf umstrittenen Weißmacher Titandioxid

Archivmeldung vom 18.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Gift & Giftig (Symbolbild)
Gift & Giftig (Symbolbild)

Bild: C. Nöhren / pixelio.de

Der Nahrungsmittelhersteller Dr. Oetker hat den umstrittenen Weißmacher Titandioxid zum Ende des ersten Quartals aus sämtlichen betroffenen Produkten verbannt. Bei zehn Backdekorartikeln und einer Backmischung seien dazu die Rezepturen und Verarbeitungsprozesse umgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Das berichtet das in Bielefeld erscheinende WESTFALEN-BLATT.

Bei vier Dekorprodukten sei indes ein Austausch nicht möglich gewesen. "Diese durchaus beliebten Produkte wurden daher aus dem Sortiment genommen und deren Produktion vollständig eingestellt." Zu Absatz- und Umsatzzahlen dieser vier Produkte - Streudekor Roségold sowie "Glitzerschriften" in drei Farben - wollte eine Oetker-Sprecherin keine Angaben machen.

Bei den elf anderen Produkten sei auf den auch als E171 deklarierten Farbstoff Titandioxid entweder einfach verzichtet oder er sei etwa durch Calciumcarbonat ersetzt worden. Während des vollständigen Abverkaufs der vor der Umstellung hergestellten Produkte könnten diese noch einige Zeit im Handel erhältlich sein.

Das auch in Farben, Zahnpasta oder Süßwaren verwendete Titandioxid steht vor allem in Nanopartikelform in Verdacht, Krebs auslösen zu können. In Frankreich ist das Weißpigment seit Anfang 2020 für zunächt ein Jahr in Lebensmitteln verboten. Das Gefahrenpotenzial der als Lebensmittelzusatzstoff zugelassenen Chemikalie soll weiter untersucht werden. Oetker setzte Titandioxid ein, "um Lebensmitteln eine reinweiße Farbe bzw. einen glitzernden Effekt zu verleihen". Mit dem Verzicht auf den Farbstoff seien diese Eigenschaften "nicht mehr in der bisherigen Ausprägung möglich".

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte im August 2019 nach eigenen Labortests den Verzicht auf Titandioxid von Dr. Oetker gefordert. Foodwatch spricht nun von einer "guten Nachricht" und einem "Erfolg". Zwischenzeitlich hatte es Streit zwischen Foodwatch und dem Bielefelder Konzern um die Aussagekraft einer von Oetker veranlassten eigenen Untersuchung gegeben.

Das Unternehmen hatte seinerzeit bereits angekündigt, auf Titandioxid verzichten zu wollen. Die Umstellung sei "mit einem hohen technologischen und auch administrativen Aufwand verbunden" gewesen, erklärte die Spreherin. Zutatenlisten, Angaben zu Nährwerten und auch die Allergenzusammensetzung hätten angepasst werden müssen. Zu den Kosten der Umstellung will sich Oetker nicht äußern. Eine Preiserhöhung für die Kunden werde es aber nicht geben. Auch weitere Lebensmittelhersteller haben den Verzicht auf Titandioxid angekündigt oder bereits vollzogen.

Quelle: Westfalen-Blatt (ots)


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