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Bitkom kritisiert Algorithmen-Vorstoß der Datenethikkommission

Archivmeldung vom 23.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Hacker (Symbolbild)
Hacker (Symbolbild)

Der Präsident des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, hat mit scharfer Kritik auf die Vorschläge der Datenethikkommission zur Algorithmen-Regulierung reagiert. Das Gremium, welches auch empfohlen hatte, bestimmte Algorithmen notfalls zu verbieten, sei hier über das Ziel hinausgeschossen, sagte Berg dem "Handelsblatt".

Anstatt eine enge Kategorie von Algorithmen zu identifizieren, die wegen ihres Gefährdungspotenzials einer besonderen Regulierung bedürfen könnten, würden in dem Abschlussbericht der Kommission, der heute vorgestellt werden soll, "fast alle Algorithmen unter einen Generalverdacht gestellt". Algorithmen seien bereits heute Teil des täglichen Lebens, von der Route des Navigationsgeräts über die Wettervorhersage bis hin zur Empfehlung eines Musiktitels, so der Bitkom-Präsident.

"Die allerwenigsten davon bergen das Risiko von Diskriminierung oder Gefahr für Leib und Leben." Eine Risikobewertung für jeden einzelnen Algorithmus sei nicht nur nicht notwendig, sondern angesichts der Fülle an Anwendungen auch in der Praxis überhaupt nicht durchführbar. Um Missbrauch oder Fehlverhalten auszuschließen, sollte in den meisten Fällen das geltende Recht wie Vertrags- und Verbraucherrecht, Antidiskriminierungsgesetze, das Haftungsrecht oder Datenschutzgesetze ausreichend sein, sagte Berg. "Wir brauchen mehr Verständnis von Algorithmen, nicht mehr Verbote", mahnte der Bitkom-Präsident. "Dazu gehört eine größtmögliche Transparenz, gerade im Bereich Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, an der nicht zuletzt die Unternehmen selbst interessiert sind."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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