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Piano Genie: Nicht-Musiker werden Pianisten

Archivmeldung vom 18.10.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.10.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Nur acht Knöpfe:
Nur acht Knöpfe:

Wissenschaftler des Forschungsprojekts Magenta haben ein System entwickelt, das auch aus unbegabteren Musikern echte Starpianisten machen kann. Die Technologie, die auf den bezeichnenden Namen "Piano Genie" getauft worden ist, setzt auf eine Kombination aus maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz (KI), um es Usern zu ermöglichen, einem Klavier nach dem Vorbild von Videospielen wie "Guitar Hero" über einen simplen Controller mit nur acht Knöpfen flüssige Tonfolgen und Improvisationen zu entlocken.

Aus 88 Tasten werden nur acht

"Uns ging es darum, ein Tool zu kreieren, das es auch einem Menschen, der eigentlich gar nicht weiß, wie man Klavier spielt, ermöglicht, sich an das Instrument zu setzen und echte Musik mit flüssigen und durchdachten Melodien zu erschaffen", zitiert "The Verge" Chris Donahue, einen der drei Entwickler. Gemeinsam mit seinen Kollegen Ian Simon und Sander Dieleman aus Googles DeepMind-Team hat er sich deshalb von Guitar Hero inspirieren lassen und einen smarten Controller entwickelt, der die 88 Tasten eines Klaviers auf nur acht Knöpfe reduziert.

"Der grundlegende Unterschied zum Videospiel-Vorbild liegt darin, dass Nutzer hier nicht einfach eine vordefinierte Abfolge von Tönen durch das Drücken von Knöpfen wiedergeben, sondern selbst kreativ werden und eigene Musikstücke improvisieren können", betont Donahue. Möglich wird das durch tatkräftige KI-Unterstützung, die gewissermaßen vorhersagt, welche Noten als nächstes gespielt werden müssen, um eine ansprechende Melodie zu erzeugen. "Wenn man darauf spielt, ist das eine unglaubliche Erfahrung. Es ist, als ob unser System die Gedanken und Intentionen des Musikers lesen kann", so der Forscher.

Mit 1.400 Klavierstücken trainiert

Technologisch gesehen basiert Piano Genie auf einem neuronalen Netzwerk, das speziell für das Erfassen und Verstehen von sequentiellen Daten konzipiert wurde. Dieses Netzwerk wurde mit einem Datensatz von über 1.400 Klavierstücken trainiert, um ein detailliertes Analyse- und Prognosemodell zu erstellen und zu lernen, welche Noten gut zu anderen passen. Damit der Output der auf diese Weise errechneten Klänge möglichst einfach steuerbar wird, mussten die Magenta-Forscher nun nur noch einen einfachen Controller bauen und diesen an ein speziell umgebautes Klavier anschließen.

"Programme wie Piano Genie zeigen deutlich, wie nützlich KI sein kann, um die menschliche Kreativität zu erweitern. Sie machen aus Menschen quasi Cyborgs, die ihr instinktives Wissen über Musik mit den Fähigkeiten eines Computers kombinieren, um sagen zu können, welche Noten als nächstes gespielt werden sollten. Ich denke, dass das eine ungemein starke Kombination ist, von der wir in Zukunft sicher noch mehr sehen werden", meint Donahue. Wer auf diese Weise einmal selbst musizieren will, kann dies hier http://bit.ly/2NMxqPs tun.

Quelle: www.pressetext.com/Markus Steiner

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