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Tencent setzt verstärkt auf Propaganda-Games

Archivmeldung vom 02.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Games: Tencent macht Propaganda.
Games: Tencent macht Propaganda.

Bild: unsplash.com, Afif Kusuma

Der chinesische Internetkonzern Tencent hat einen Stadtplanungs-Simulator entwickelt, der Propaganda für die Regierung enthält. Das an die beliebte "Sim City"-Reihe angelehnte Download-Spiel "Homeland Dream" wurde anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Gründung der Volksrepublik veröffentlicht und hat bereits die Spitze der chinesischen Download-Charts erobert.

"Gamification sorgt für eine bewusste Auseinandersetzung mit einem Thema. Wenn Spieler Hindernisse überwinden und Erfolge feiern, beschäftigt sie das mehr, als wenn sie bloß konsumieren. Das kann man mit allen möglichen Inhalten machen, unter anderem auch mit Propaganda. Denn sobald sich der Spieler mit dem Thema auseinandersetzt, beginnt die Beeinflussung", sagt Gamification-Experte Roman Rackwitz gegenüber pressetext.

Gute Bewertungen von Bots

In Homeland Dream müssen Spieler ihre eigene Stadt aufbauen und sammeln dabei Slogans für die Kommunistische Partei Chinas ein. Unter anderem heißt es darin "Mach die Armee stark und erfolgreich" und "Made in China". Ein Spruch lautet "Ein Land, zwei Systeme", was auf das Prinzip der Verfassung von Hongkong innerhalb der Volksrepublik anspielt. Homeland Dream hat viele positive Bewertungen erhalten, die jedoch laut "TechNode" hauptsächlich von Bots stammen. Menschliche Nutzer hingegen kritisieren das repeptitive Gameplay.

Laut der "Financial Times" setzt Tencent seit Kurzem verstärkt auf Propaganda-Spiele. Das liege daran, dass die chinesische Regierung Videospielen viel Misstrauen entgegenbringe. Sie mache sich Sorgen über mögliche Kurzsichtigkeit bei Kindern und sogar über Ermüdung von Soldaten. Diese Einstellung hatte auch bereits Folgen für Tencent. Erst im vergangenen Jahr haben Behörden dem Unternehmen neun Monate lang keine Lizenz für die Entwicklung neuer Spiele gegeben, wodurch seine Aktien stark gefallen sind.

Aktive Spieler versus Propaganda

Tencent konzentriert sich wegen der strengen Regulierungen vor allem auf Games, die Propaganda für die Regierung beinhalten. Rackwitz zufolge ist diese Art der Beeinflussung aber nicht immer von Erfolg gekrönt: "Der Spieler hat eine gewisse Entscheidungsfreiheit und kann nicht immer in eine Richtung gelenkt werden. Deshalb kann es sein, dass er Dinge mehr hinterfragt und im Spiel nach Alternativen sucht", so der Experte.

Quelle: www.pressetext.com/Georg Haas

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