Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Erotik Verwirrende Schau-Lust: Die Erotikwelt des Internets

Verwirrende Schau-Lust: Die Erotikwelt des Internets

Archivmeldung vom 29.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: AOEP Artists / pixelio.de
Bild: AOEP Artists / pixelio.de

Der Slogan ‚Sex sells‘ (‚Sex verkauft‘) ist ein Klassiker des Marketing und bezieht sich eigentlich auf erotische Darstellungen als sogenanntem ‚Zusatznutzen‘ zu allen Arten von Produkten und Dienstleistungen. Egal ob eine Flasche Sekt oder ein Schreibtisch, eine attraktive Frau mit tiefem Dekolleté oder kurzem Rock, nett drapiert, steigert die Attraktivität des Beworbenen.

Ist das sexistisch? – Ja.

Macht das einen Unterschied? – Nicht in der Wirkung, nur inzwischen (dank politischer Korrektheit) in der Häufigkeit der werblichen Anwendung. Doch während sich für alle anderen Branchen die Kreativen um größere Subtilität bemühen oder versuchen, das sexistische Extra durch Ironie zu entschuldigen, bleibt es für einen Produkt- und Dienstleistungszweig unverzichtbar: Die Erotik-Industrie.

Wer Anstoß an der Bezeichnung ‚Industrie‘ in diesem Zusammenhang nimmt, dem seien zur Erklärung einige Zahlen angeboten und zwar nur hinsichtlich der Bedeutung von Erotik- und Pornographie-Angeboten im Internet, denn darum soll es hier gehen. Namen wie ‚Pornhub‘, ‚Youporn‘ und ‚Xhamster‘ stehen für die Großen der Online-Erotik.

Die Deutschen sind Weltmeister

Das Vergleichsportal ‚netzsieger.de‘ hat 2018 eine Reihe höchst interessanter statistischer Daten über die Nutzung ihrer und anderer Angebote im Internet zusammengestellt. Danach sind die Inhalte von einem Viertel aller Suchanfragen im Internet pornografischen Inhalts und pro Tag werden seitens der Porno-Anbieter täglich über 12,5 Millionen Euro umgesetzt. 35% des Datenverkehrs im Internet ist pornographischer Natur, was nicht verwundert, denn 43% aller Internet-Nutzer greifen auf entsprechende Angebote im Netz zu. Wobei übrigens 70% dieser Zugriffe an den Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr erfolgen, also während der Arbeitszeit.

Die deutschen User bringen es allein auf fast zwölfeinhalb Prozent (also ein Achtel) der pornographischen Aktivitäten und sind damit Weltmeister unter den Nationen. Das durchschnittliche Eintrittsalter in die Welt der Internet-Erotik liegt hierzulande bei 11 Jahren und 40% der deutschen Kinder suchen gezielt nach pornographischen Inhalten im Netz – was ihnen durch mobile Kommunikationsmittel auch wesentlich erleichtert wird.

Ob und wieweit das dem Bedürfnis nach sexueller Aufklärung zugeschrieben werden kann, bleibt ebenso dahingestellt wie die Frage, ob die entsprechenden Angebote auch nur ansatzweise eine solche Rolle erfüllen können, denn schließlich ist das nicht das Ziel, für das sie produziert werden.

Orientierungshilfen für einen bunten Markt

Ob man von Erotik oder von Pornographie spricht, der Markt zielt auf erwachsene Personen und ist so vielgestaltig wie deren Wünsche und Phantasien. Wenn man nur genug Geduld aufbringt, findet sich für jede Spielart sexueller Lust, egal ob hetero-, homo-, bi-, transsexuell, mit oder ohne Accessoires, irgendwo etwas Passendes. Sich in dieser Vielfalt zurechtzufinden, ist nicht einfach und bereits die unterschiedlichen Bezeichnungen von Life-Cam-Angeboten können verwirren.

Orientierungshilfe bieten hier spezielle Erotik-Portale, die neben solchen allgemeinen technischen Details auch Einblicke in Produktionsbedingungen gewähren und Interessierte in gleicher Weise mit Informationen über die Stars der Szene, über Produzenten und vieles mehr versorgen, wie dies Kino-Magazine und –Portale hinsichtlich der filmischen Unterhaltungsbranche tun. Letztlich besteht hinsichtlich der Vorlieben für bestimmte Akteurinnen oder Akteure wenig Unterschied zwischen Mainstream-Kino und Erotikproduktionen. Nicht zuletzt Branchen-Großereignisse wie die alljährliche Verleihung des Branchenpreises ‚Venus‘ lassen die Parallelen erkennen.

Wer also nach aktuellen Informationen aus der Branche, über die Branche und über ihre Protagonistinnen und Protagonisten sucht, der ist bestens damit beraten, einschlägige Portale zu frequentieren. Neben den englischsprachigen Angeboten der marktbeherrschenden Provider gibt es auch spezielle deutsche Seiten, die auch oft Aktionen für Fans durchführen. Hier wird das enorme Angebot des Internets überschaubarer gemacht.

---

Anzeige: