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Sexismus schadet den Männern

Archivmeldung vom 22.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Anzügliche Sprüche verletzen auch Frauen, die nicht angesprochen sind. Bild: pixelio.de/Gastmann
Anzügliche Sprüche verletzen auch Frauen, die nicht angesprochen sind. Bild: pixelio.de/Gastmann

Wenn ein Mann eine Frau auf sexistische Weise anspricht, bringt er damit alle Vertreter seines Geschlechts in Verruf. Denn Sexismus kann Denken, Fühlen und Verhalten von Frauen gegenüber Männern im Allgemeinen beeinflussen, haben Forscherinnen der University of Connecticut herausgefunden.

In der Springer-Zeitschrift "Sex Roles" berichten sie, dass nicht nur direkt angegriffene, sondern auch zufällig anwesende Frauen mit sehr unterschiedlichen negativen Empfindungen auf sexistisches Verhalten reagieren.

Zorn und Wut

Frauen beobachten oft sexistische Bemerkungen, die anderen Frauen gelten. Was das in ihnen auslöst, haben die Psychologinnen Stephenie Chaudoir und Diane Quinn nun untersucht. Sie spielten Studentinnen Videos vor, bei denen Männer sexistische, anzügliche Bemerkungen gegenüber Frauen machten oder sie bloß begrüßten. Dann fragten die Forscherinnen ihre Probandinnen, wie sehr sie dabei Angst, Niedergeschlagenheit, Zorn oder Wut empfunden hatten.

Es zeigte sich, dass selbst Beobachterinnen nicht aus individuellem Blickwinkel, sondern aus dem ihres Geschlechts auf Sexismus reagierten und häufig Wut auf Männer allgemein entwickelten. "Es scheint als ob Frauen, die sexistische Übergriffe an anderen beobachtet haben, ihre negativen Gefühle und Gedanken gegenüber Männern generalisieren. Alle Männer werden negativ gesehen, wenn einer ein Sexist ist", berichtet Chaudoir im pressetext-Interview. Die Dauer dieses Effekts wurde allerdings nicht untersucht.

Unbewusste Prägung

Wie man als Frau mit so einer Beobachtung umgeht, ist für die Forscherin von der eigenen Vorerfahrung abhängig. Deren Prägung sei ein ständiger Prozess, der vor allem unbemerkt verlaufe. "Oftmals sind Frauen Sexismus ausgesetzt, obwohl sie diesen nicht bewusst wahrnehmen. Studien deuten darauf, dass Sexismus weit seltener als solcher eingeordnet wird als er aus objektiver Sicht geschieht", so die Psychologin. Wie oft eine Frau beobachtetes männliches Verhalten als Sexismus einordne, hänge von einer Reihe von Faktoren wie etwa Persönlichkeitszüge oder Vorerfahrungen ab.

Dass Männer Frauen verbal erniedrigen, dürfte unter anderem auf Umwelterfahrungen zurückzuführen sein. "Schon früher wurde gezeigt, dass sich Männer nach dem Ansehen von Bildern mit sexualisierten Frauendarstellungen weit eher sexistisch verhalten", so Chaudoir. Ähnliche Mechanismen wurde kürzlich auch bei frauenfeindlichen Witzen nachgewiesen. Zudem weiß man, dass Männer Frauen in sexistischen Darstellungen eher als Objekte denn als Personen wahrnehmen.

Quelle: pressetext.austria (Johannes Pernsteiner)

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