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Der zivile Faschismus und seine Ziele – Grundlagen der Frankfurter Schule - Teil 1

Archivmeldung vom 29.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Unser Mitteleuropa / Friedrich P. Ost
Bild: Unser Mitteleuropa / Friedrich P. Ost

Viel wurde über den Untergang des Abendlandes schon geschrieben und die Symptome sind bekannt. Sie führen zur Frankfurter Schule und ihrer Ideologie der falschen Werte, die jedoch nur unter dem falschen Namen „Kulturmarxismus“ bekannt geworden ist. Das erleichterte es den Kulturfaschisten, das Werk der Kulturzerstörung im Schafspelz vermeintlich gutmenschlicher Kulturmarxisten unerkannt fortzusetzen. Dies schreibt Friedrich P. Ost bei "Unser Mitteleuropa".

Umso wichtiger ist es, die überfällige Korrektur vorzunehmen und den Kulturfaschismus der Frankfurter Schule unter der rechten Begrifflichkeit und seinem Oberbegriff Zivilfaschismus zu erfassen und einer erneuten Bewertung zu unterziehen.

Die Vorgeschichte

Die Epoche vor dem 1. Weltkrieg war durch eine multipolare Weltordnung geprägt: Neben dem Vereinigten Königreich Großbritannien als Weltmacht zählten noch das Russische und das Deutsche Reich, die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Frankreich, das Königreich Italien sowie die Österreichisch-Ungarische Monarchie und das Osmanische Reich zum Konzert der großen Mächte. Um die Jahrhundertwende wurde deutlich, dass der Einfluss der Kontinentalmächte zunahm, jedoch Großbritannien im Vergleich zu den maßgeblichen europäischen Landmächten wirtschaftlich und politisch stetig zurückfiel. Vor diesem Hintergrund hatte im Jahr 1891 eine anglikanische Führungselite um Cecil Rhodes und Alfred Milner in diskreter Runde beschlossen, gemeinsam mit den USA nach angloamerikanischer Weltvorherrschaft zu streben. Mächten, die sich nicht freiwillig unterwerfen sollten oder jener Hegemonialstrategie entgegenstanden, musste der Weltkrieg drohen: Im August 1914 war es dann soweit, als Großbritannien im Schatten der Terroranschläge von Sarajewo die Mittelmächte mit seinen Kriegserklärungen überzog.

Doch selbst der Sieg Großbritanniens im 1. Weltkrieg vermochte nicht seine wirtschaftliche Talfahrt zu stoppen – ganz im Gegenteil: Im Jahr 1919 hatte sich schon der Schwerpunkt westlicher Weltmacht nach den USA verlagert und der US-Dollar das britische Pfund Sterling als Weltleitwährung abgelöst. Das amerikanische Jahrhundert hatte schon zuvor mit den US-Kriegserklärungen im Jahr 1917 begonnen. Die sogenannten Friedensverträge von Paris wurden von Wall Street und der Entente den Mittelmächten diktiert und ermöglichten den Siegern den Krieg, wenn auch mit anderen Mitteln, nahtlos fortzusetzen: Ein Wirtschaftskrieg noch nie dagewesenen Ausmaßes brach über Mitteleuropa herein, an dessen Ende der 2. Weltkrieg stand: Sein erwarteter Ausgang ermöglichte den USA, Europa bis heute besetzt zu halten, Mitteleuropa endgültig zu zerschlagen und die Reststaaten in US-Protektorate zu verwandeln.

Den angloamerikanischen Strategen war zum Ende des 1. Weltkriegs schon bewusst, dass ihr ultimatives Kriegsziel – die flächendeckende physische und kulturelle Vernichtung der mitteleuropäischen Staaten – nicht durch Hungerblockaden, Bombenkrieg, Vertreibungen, Völkermord oder militärische Besatzung allein komplett zu erreichen war. Es bedurfte zusätzlicher flankierender Maßnahmen aus dem zivilen Bereich. Experten für psychologische Kriegsführung machten sich daran, auch die durchgreifende Umerziehung und systematische Zersetzung der Kultur der Besiegten von innen heraus in die Wege zu leiten. Die hieß: die Ausführung ausgewählten Institutionen des akademischen Bereichs und Überläufern der Besiegten vor Ort zu übertragen: Die Stunde der »Frankfurter Schule« und der »Philosophen der Umerziehung« hatte geschlagen.

Die Krise des Marxismus: »Wo waren Revolution und Arbeiterklasse geblieben?

Kurz nach dem 1. Weltkrieg beschäftigte linke Ideologen die unangenehme Frage, warum Karl Marx und „seine“ Arbeiterklasse als die erwarteten Anführer von Revolutionen so gründlich versagt hatten. Entgegen den Vorhersagen von Marx waren die Arbeiterschaften aller Länder in den Krieg gezogen, um für ihr Vaterland zu kämpfen anstatt Revolutionen anzuzetteln. Nicht die Revolution der Arbeiterklassen, sondern der Kampf der Nationen war zum Kennzeichen der Zeit geworden. Nicht Klassenbewusstsein, sondern Nationalitätenbewusstsein bewegte die Massen.

Doch Karl Marx irrte sich weiter: Er hatte verkündet, dass als Voraussetzung zur Revolution feudale Strukturen sich erst in ein kapitalistisches System zu verwandeln hätten. Doch die Realität wies in die genau umgekehrte Richtung: Die Revolutionen der Arbeiterklassen in den kapitalistischen Staaten West- und Mitteleuropas waren ausgeblieben. Ausgerechnet in Russland – dem damals industriell am wenigsten entwickelten (Feudal-)Staat kam es zur sogenannten „Oktober-Revolution“ – doch nicht getragen von der Arbeiterklasse: Die Oktober-Revolution war ein Putsch von oben, ohne Arbeitermassen, doch getrieben von obskuren Berufsrevolutionären, die nicht der Arbeiterklasse, sondern einer akademischen Intelligenzija entstammten, die den Begriff „Arbeiter“ nur aus den Büchern kannte.

So hatten sich Kernaussagen von Karl Marx in Luft aufgelöst oder als grundlegend falsch erwiesen. Diese Tatsachen mussten orthodox-marxistische Apologeten nachdenklich stimmen, zumal die Zeichen der Zeit den Marxismus zu konterkarieren drohten: Ein Weiterbestehen des Marxismus schien nur als sogenannter Neomarxismus durch Wandlung in Richtung Bolschewismus oder Leninismus einerseits bzw. Faschismus oder Nationalsozialismus andererseits möglich. Karl Marx durfte sich glücklich schätzen, die Metamorphose seiner Lehre hin zum Faschismus des vormaligen Mitglieds des Direktorats der Sozialistischen Partei Italiens (PSI), Benito Mussolini (1883–1945) und zum Bolschewismus eines Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924), Gründer der Sowjetunion und Vorsitzender der Bolschewistischen Partei Russlands nicht mehr selbst miterleben zu müssen. Doch das Schicksal schien nur Karl Marx gnädig, nicht jedoch Friedrich von Hayek, der in seinem Buch Der Weg zur Knechtschaft (1944) die Ideologiekrise des angewandten Marxismus auf den Punkt brachte:

»Der Konflikt zwischen den Faschisten oder Nationalsozialisten und den älteren sozialistischen Parteien ist weitgehend ein Konflikt der Art, wie er zwangsläufig zwischen rivalisierenden sozialistischen Fraktionen entsteht.«

Die Infografik 1 bildet die relevanten Ideologiestränge der materialistisch-atheistischen Staatsmodelle ab und zeigt die Merkmale, die für den linken (marxistischen) bzw. rechten (faschistischen) Materialismus typisch sind: Eine Staatsräson auf atheistischer Grundlage mit dem Welt- oder Volksstaat als Gottersatz. Dazu braucht es dann keine Klassengesellschaft mehr, vielmehr nur noch eine internationale Gemeinschaft bzw. Volksgemeinschaft je nach Variante, die sind: Kommunismus, Sozialismus, Faschismus und das ideologische Schattengewächs des rechten Materialismus, der sogenannte Zivilfaschismus, den es noch genauer zu beleuchten gilt.

Religionen bzw. Kirchen werden von materialistisch-atheistischen Staatsmodellen auf Grund ihres ideologischen Alleinvertretungsanspruchs abgelehnt. In der Praxis werden Religionen im besten Fall gerade geduldet, ansonsten bekämpft oder verfolgt.

Metaphysische Entzugserscheinungen, typisch für den Westen, produzieren Tendenzen nach einem Religionsersatz, der dann vom atheistischen Staat selbst – ohne Kirchentrennung – als de facto Kryptoreligion erschaffen wird: Als Symptome dafür stehen die sich häufenden Verweise auf die sogenannten »Werte«: Das können beispielsweise die sogenannten »europäischen Werte« oder »westlichen Werte« sein – an animistischen Hoch- & Feiertagen ggfs. gekrönt mit sogenannten »Menschenrechten«. Bezüglich der erforderlichen Gesetzestreue hingegen verliert sich die Spur. Umso stärker erschallt der Ruf nach staatlich verfasstem Ethikunterricht, wenn auch nur als Spielball von Tagesmoden und soziologischen Trends.

Fortsetzung folgt: Der Zivilfaschismus der Frankfurter Schule – Teil 2

Die frühen Jahre der Frankfurter Schule: Vordenker und Konzeptionen
Zum Autor: Friedrich P. Ost ist diplomierter Wirtschaftsexperte und beschäftigt sich mit Fragen der Politik und Zeitgeschichte. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Analysen über globale Entwicklungen, Hintergründe sowie politische Trends."

Quelle: Unser Mitteleuropa von Friedrich P. Ost

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