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Mittelengland: Altrömisches „Ilias“-Mosaik und Villa entdeckt

Archivmeldung vom 01.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Bild: Screenshot Twitter
Bild: Screenshot Twitter

Unter einem Bauernfeld in der Grafschaft Rutland im Osten Mittelenglands ist eine römische Villa mit einem seltenen Mosaik gefunden worden, das Szenen aus Homers „Ilias“ zeigt. Darüber berichtete der Sender BBC.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "SNA News" schreibt weiter: "Das in Rutland gefundene Mosaik wird als erstes Beispiel solcher Art in Großbritannien beschrieben. Es wurde von Jim Irvine, Sohn eines Landbesitzers, entdeckt, als er während des Lockdowns im Jahr 2020 bei einem Spaziergang „ungewöhnliche Keramik“ entdeckt hatte und sich daraufhin mit dem archäologischen Team des Leicestershire County Council in Verbindung setzte.

„Es war unglaublich, etwas zu sehen, das seit 1700 Jahren oder mehr so ungestört gewesen war“, so Irvine.

Es wird angenommen, dass die Stätte von einer wohlhabenden Person aus der spätrömischen Zeit bewohnt wurde. Das Mosaik, das den Boden des angeblich als Ess- oder Unterhaltungsbereich dienenden Raums bildet, ist elf Meter lang und sieben Meter breit.

Im Römischen Reich wurden Mosaiken regelmäßig in privaten und öffentlichen Räumen genutzt und zeigten oft berühmte Figuren aus der Mythologie. Das Rutland-Mosaik gilt jedoch als einzigartig in Großbritannien, da es Achilles und seinen Kampf mit Hektor am Ende des Trojanischen Krieges zeigt.

Die staatliche Denkmalpflegebehörde „Historic England” beschrieb das Mosaik als „eines der bemerkenswerten und bedeutendsten“ Mosaiken, das jemals in Großbritannien gefunden worden sei.

Zukunft des Fundes

Phil Mackie, BBC-Midlands-Korrespondent vor Ort erklärte, dass viele Details nicht preisgegeben werden könnten, weil man nicht wolle, dass jemand mit eigenen Ermittlungen die Stätte zerstöre. Vorerst sei das Mosaik wieder zugedeckt worden. Es sei unter einer dicken Erdschicht geschützt, und es werde ihm nicht schaden, wenn es wieder unter der Erde sei.

Jim Irvine hoffe, dass Menschen eines Tages vor Ort zu Besuch kommen könnten, aber die Entscheidungen über die langfristige Zukunft seien noch nicht getroffen worden.

Laut dem Journalisten ist das Gelände so groß, dass nur ein winziger Teil davon ausgegraben wurde. In den kommenden Saisons werde es wahrscheinlich zu weiteren Entdeckungen kommen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die große Villa von Scheunen, Rundbauten und möglicherweise von einem Badehaus umgeben gewesen sei.

„Der Komplex wurde wahrscheinlich zwischen dem 3. und dem 4. Jahrhundert n.Chr. von jemandem mit Kenntnissen der klassischen Literatur bewohnt.“

Duncan Wilson, Geschäftsführer von „Historic England“, erklärte: „Es ist bemerkenswert, ein so seltenes Mosaik dieser Größe sowie eine umliegende Villa freigelegt zu haben. Entdeckungen wie diese sind so wichtig, um unsere gemeinsame Geschichte zusammenzusetzen. Durch den Schutz dieser Stätte können wir weiterhin daraus lernen und freuen uns darauf, was uns zukünftige Ausgrabungen über die Menschen, die dort vor über 1500 Jahren gelebt haben, lehren können.“

Die Stätte befindet sich laut „Historic England“ auf einem privaten Grundstück und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber es werden Gespräche mit dem Rutland County Council (dt. Rutlands Bezirksrat) geführt, um eine Ausstellung des Villenkomplexes und seiner Funde außerhalb des Geländes einzurichten.

Weitere Ausgrabungen sind für das Jahr 2022 geplant. Irvine sagte, das Feld werde nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, damit das Gebiet geschützt werden könne.

Nun wurden das Mosaik und die umliegende Villa auf Anraten von „Historic England“ unter Denkmalschutz gestellt."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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