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Das schockierende Erbe makabrer Buchbinderkunst: In Menschenhaut gebundene Werke

Archivmeldung vom 25.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Die Arbeit in der Buchbinderwerkstatt (Holzschnitt, 1568)
Die Arbeit in der Buchbinderwerkstatt (Holzschnitt, 1568)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Sie stehen in Universitätsbibliotheken und Regalen von Raritätensammlern: In Menschenhaut gebundene Bücher sind das schockierende Erbe makabrer Buchbinderkunst. Wie die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN (Ausgabe 09/2012) berichtet, ließen Revolutionsopfer ihre Haut dafür ebenso wie Verbrecher oder Arme, die zu Lebzeiten ihren Körper verkauften.

Heute mag die Verarbeitung von Menschenhaut zu Leder bizarr erscheinen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das größte Organ des menschlichen Körpers jedoch vielfältig verwendet: So wurden zum Beispiel Landsknechtstrommeln damit bespannt. Solch eine Menschenhauttrommel gehört zu den Schätzen des Bayerischen Jagdmuseums in Ingolstadt. Es gibt Geldbörsen aus Menschenhaut - und eben auch Bucheinbände.

Wie viele Bücher mit Menschenhaut-Einband tatsächlich existieren, vermag niemand zu sagen. Vermutlich sind es einige Hundert, die in Bibliotheken und Privatsammlungen stehen und deren Wert gar nicht erkannt wird. Auch ein englischer Einbrecher wusste offenbar den wahren Wert seiner Beute nicht einzuschätzen: Er warf 2006 ein über 200 Jahre altes Buch, das in Menschenhautleder gebunden war, in Leeds einfach auf die Straße. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem verschmähten Beutestück um ein auf mehrere Tausend Euro geschätztes Buch aus der Zeit der Französischen Revolution handelte, eingebunden vermutlich mit der Haut eines hingerichteten Gegners der Jakobiner.

Quelle: Gruner+Jahr, WUNDERWELT WISSEN (ots)

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