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Moderne Technik hilft Forschern, die Schlacht am Harzhorn zu erforschen

Archivmeldung vom 28.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Lage des Römischen Schlachtfeld bei Wiershausen im südlichen Niedersachsen. Bild: de.wikipedia.org
Lage des Römischen Schlachtfeld bei Wiershausen im südlichen Niedersachsen. Bild: de.wikipedia.org

Mit moderner Technik können Archäologen ein großes Gefecht zwischen Römern und Germanen erstmals im Detail rekonstruieren. Auf einem Höhenzug nahe Northeim im südlichen Niedersachsen finden sie nicht nur erstaunlich viele Überreste der Schlacht am Harzhorn um 235 n. Chr., sondern wissen inzwischen auch, wie sich die Truppen bewegten und welcher Strategie sie folgten.

Gut 200 Jahre nach der Varus-Schlacht 9 n. Chr. bei Kalkriese gerieten die Römer nahe dem Harz ein weiteres Mal in einen Hinterhalt der Germanen. Diese "Schlacht am Harzhorn" konnten sie aufgrund ihrer militärischen Überlegenheit aber klar für sich entscheiden. Vermutlich waren die Römer auf dem Rückweg eines wenig bekannten Feldzugs an die Elbe, von der in zeitgenössischen Quellen berichtet wird. Das Schlachtfeld am Harzhorn liefert den Forschern nun den archäologischen Beweis, dass die Römer im 3. Jahrhundert tatsächlich bis weit in den Norden des feindlichen Germanien vorstießen. Vermutlich handelte es sich um einen Rachefeldzug unter Kaiser Maximinus Thrax für wiederholte Angriffe der Germanen am Limes.

Ein virtuelles Geländeprofil, das die Forscher durch Messungen vom Flugzeug aus erstellen konnten (Airborne Laserscan), macht deutlich, wo die Germanen im Hinterhalt lagen und wie die Römer in der Lage waren, ihre Geschütze aufzubauen und die militärische Überlegenheit einzusetzen.

Nach allem, was die Forscher wissen, war hier im tiefsten Germanien eine für die damalige Zeit typische internationale Truppe unterwegs, rekrutiert aus allen Winkeln des Imperiums: syrische Bogenschützen, deren Pfeile dreiflüglige Spitzen hatten; dunkelhäutige Mauretanier, die ihre Speere mit Riemen schleuderten; durch eiserne Rüstungen geschützte Panzerreiter von den fernen Ufern des Euphrat und Tigris.

Bislang haben die Forscher am Harzhorn rund 1600 militärische Fundstücke gefunden und untersucht. Das Waldgelände wurde nie landwirtschaftlich genutzt, und der kalkhaltige Boden hat die Waffen und Ausrüstung hervorragend konserviert. Münzfunde lassen die Schlacht, die einer der letzten Zusammenstöße von Römern und Germanen auf deren Gebiet war, recht eindeutig auf das Jahr 235 n. Chr. datieren. 

Den Ablauf der Auseinandersetzung schildert NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der Titelgeschichte der Juni-Ausgabe (EVT 28.5.2010).

Quelle: NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

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