Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Berichte Wirtschaft Mehr Selbstständigkeit – weniger Risiko

Mehr Selbstständigkeit – weniger Risiko

Archivmeldung vom 19.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ©istock.com/LDProd
Bild: ©istock.com/LDProd

Die Wirtschaft boomt, Steuereinnahmen sprudeln, wir sind Exportweltmeister! Läuft, könnte man denken. Auch in Sachen Startup und Entwicklung von Geschäftsmodellen wähnt sich Deutschland weit vorne.

Jeden Tag sieht man auf der Straße Paketboten mit Lieferungen bekannter Onlineshops oder Fahrradkuriere, die Essen ausliefern. Auch international sind deutsche Startups inzwischen vertreten. Flixbus z. B. möchte demnächst in die USA expandieren. Gegen die GAFA-Tech-Giganten (Google, Amazon, Facebook, Apple) haben deutsche Unternehmen aber keine Chance. Das Know-how deutscher Startups reicht in Bezug auf technologische Entwicklung einfach nicht aus. Zu wenig Wagniskapital ist eine der Thesen, warum Deutschland als Technologiestandort den Anschluss verpasst hat. Da muss die Politik tätig werden. Investor Klaus Hommels hat die Bundesregierung sogar aufgefordert, eine „Startup-Förderung“ nach dem Vorbild „Aufbau Ost“ zu finanzieren. Außerdem sind viele Unternehmen in alten, hieraisch organisierten Strukturen steckengeblieben, was Entwicklung und Dynamik bremst.

Gründen lohnt sich

Ein eigenes Geschäftsmodell zu entwickeln, zu finanzieren und aufzubauen ist eine erfüllende, aber auch äußerst mutige Aufgabe. Die Gefahr des Scheiterns ist groß. Dabei kann man auch ohne eigene Idee sein eigenes Unternehmen führen und dabei sogar aus einer Vielzahl an Geschäftsmodellen wählen. Franchise boomt – 2018 wurde der Umsatz aller Franchise-Unternehmen in Deutschland um 9,4 % auf 122,8 Milliarden Euro gesteigert. Durch einen Partner mit dem entsprechenden Know-how im Hintergrund bietet ein Franchise-Modell gute Geschäftsaussichten und somit Sicherheit. 85 % aller Franchise-Nehmer würden sich wieder dafür entscheiden und sind nicht nur selbstständig, sondern auch erfolgreich.

Franchise besonders für Frauen interessant

Besonders für Frauen ist es attraktiv, sich nach der Babypause selbstständig zu machen. Denn der Arbeitsmarkt macht es Müttern, die in den Job zurückkehren wollen, nach wie vor nicht einfach. Besonders wenn sie vorher in einer Führungsposition tätig waren, ist eine Rückkehr auf die alte Position für Frauen oft nicht möglich, da diese meist nur in Vollzeit besetzt werden.

Arbeiten ohne Chef?

Wie wir in Zukunft arbeiten und wie sich Startups oder große Unternehmen organisieren, ist eine heiß diskutierte Frage. Der Kondomhersteller Einhorn aus Berlin ist nicht nur wegen seiner veganen, nachhaltig produzierten Kondome in die Schlagzeilen geraten, sondern auch wegen der hausinternen Organisation. Es gibt nämlich keinen Chef! „New Work“ wird hier auf die Spitze getrieben, denn Gründer Waldemar Zeiler hat einfach keine Lust auf Vorschriften. Alles wird im Team diskutiert und entschieden. Es wird noch besser: Die Mitarbeiter bestimmen auch noch, wie viel Urlaub sie haben und wie viel sie verdienen! Wie kann das funktionieren? Natürlich nur mit Mitarbeitern, die für das Unternehmen brennen und nicht auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Seine Vorstellung von Organisation erstaunt auch Konzerne dermaßen, dass Zeiler häufig für Vorträge gebucht wird. Eine Art zweites Standbein für das Unternehmen.

---

Anzeige: