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Geehrt, ausgegrenzt, vergessen: Emma und Henry Budge als großzügige Stifter und Mäzene

Archivmeldung vom 12.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Das Budge-Palais - heute Hochschule für Musik und Theater Hamburg Bild: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung Fotograf: Lennart Selle
Das Budge-Palais - heute Hochschule für Musik und Theater Hamburg Bild: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung Fotograf: Lennart Selle

Wohlhabend und kunstsinnig, mäzenatisch aktiv und sensibel für das Miteinander von Juden und Christen - das gilt für Emma (1852-1937) und Henry Budge (1840-1928) und charakterisiert ihr Engagement in Hamburg und darüber hinaus. Verantwortung und Passion machten beide zu großzügigen Stiftern und Förderern der hamburgischen Kultur.

Karen Michels erzählt ihre Geschichte in der gerade erschienenen Doppelbiographie Emma und Henry Budge. Oder wie Hamburg einmal ein Porzellan-Palais entging. Das Ehepaar Budge lebte jahrzehntelang in New York, wo der aus Frankfurt stammende Henry Budge als erfolgreicher Bankier ein Vermögen schuf - mit der Finanzierung transkontinentaler Eisenbahnstrecken. 1903 ließen sich beide in Emma Budges Geburtsstadt Hamburg nieder. Mit ihrem aufwändigen Lebensstil bestätigte Emma Budge den Erfolg ihres Mannes und ließ das großzügig dimensionierte Budge-Palais am Alsterufer errichten. Dort befindet sich inzwischen die Hochschule für Musik und Theater.

Von der Hansestadt aus entfaltete das Ehepaar eine rege Stiftertätigkeit. Budges förderten Heime für Hilfsbedürftige, eine Residenz für christliche und jüdische Mitbürger sowie die Wissenschaften in Frankfurt und Hamburg. Emma Budge trug überdies eine umfangreiche und hochkarätige Porzellansammlung zusammen, die nach ihrem Tod in den Besitz der Hansestadt übergehen sollte. Die Sammlung entstand in enger Abstimmung mit den Direktoren des Museums für Kunst und Gewerbe, Justus Brinckmann und Max Sauerlandt, was zu einer wertvollen Ergänzung der Museumsbestände geführt hätte. Denn es war vorgesehen, dass die Stadt Hamburg neben dem Palais auch die Sammlung erben sollte. Doch nach 1933 brachte der nationalsozialistische Staat widerrechtlich fast das gesamte Erbe der Budges an sich.

Karen Michels schildert die Lebensgeschichte zweier kulturell engagierter und mäzenatisch aktiver Menschen, ihre weit gespannten Interessen, aber auch die Zerschlagung ihres Erbes.

Karen Michels, Emma und Henry Budge. Oder wie Hamburg einmal ein Porzellan-Palais entging (Mäzene für Wissenschaft, hg. von Ekkehard Nümann für die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, Neue Folge, Bd. 3), Wallstein Verlag, 160 S., 56, z. T. farb. Abb., geb., Schutzumschlag, ISBN 978-3-8353-3878-4, 19,90 Euro.

Welche Hamburger Persönlichkeiten engagieren sich für die Wissenschaft und ihre Einrichtungen - was motiviert sie und welche Impulse setzen sie? Die Biographien der Reihe "Mäzene für Wissenschaft" porträtieren außergewöhnliche Menschen, ihre Leistungen und ihr Wirken.

Quelle: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung (ots)

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