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Die Corona-Spürhunde der Bundeswehr

Freigeschaltet am 25.06.2020 um 16:48 durch Andre Ott
Der Inspekteur der Streitkräftebasis Generalleutnant Martin Schelleis (links) besuchte die Schule in Ulmen. Hundeführer Oberfeldwebel Miguel Acosta (rechts) zeigte dem General die Fähigkeiten seines Diensthundes Donnie. Bild:     Bundeswehr / R. Alpers
Der Inspekteur der Streitkräftebasis Generalleutnant Martin Schelleis (links) besuchte die Schule in Ulmen. Hundeführer Oberfeldwebel Miguel Acosta (rechts) zeigte dem General die Fähigkeiten seines Diensthundes Donnie. Bild: Bundeswehr / R. Alpers

Derzeit läuft ein ganz besonderes Forschungsprojekt der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Ulmen in Kooperation mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Es wird erforscht, ob die Diensthunde der Bundeswehr in der Lage sind, das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 am Geruch von Speichelproben zu identifizieren.

Dass Spürhunde in der Lage sind, Krankheiten aufzuspüren ist nicht neu. An der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs, können diese Hunde nicht nur Sprengstoffe oder Drogen aufspüren, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen oder die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen. So entstand die Idee für ein Forschungsprojekt in einer Kooperation der Tierärztlichen Hochschule Hannover mit der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen. Die Leiterin des Projektes ist Dr. med. vet. Esther Schalke, die als Oberstabsveterinär und Fachtierärztin für Tierverhalten in dieser Forschung das "ideale Zusammenspiel von Wissenschaft und praktischer Anwendung" sehr schätzt.

Der dreijährige belgische Schäferhund Donnie ist einer von zehn Hunden der Bundeswehr, die das Aufspüren von SARS-CoV-2 Viren erlernen sollen. Ausgebildet werden dazu Schäferhunde, Spaniel und Retriever. Donnie ist ausgebildeter Sprengstoffspürhund und gleichzeitig Schutzdiensthund. Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen. In drei bis vier Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen, ob die Hunde in der Lage sind, die neuartigen Coronaviren aufzuspüren.

Forschungen, in denen es um die Detektion von Coronaviren durch Spürhunde geht, finden nicht nur in Deutschland statt: Auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich befassen sich Expertinnen und Experten mit diesem Thema. "Im Gegensatz zu den europäischen Kollegen nutzen wir den Speichel von infizierten Personen, in dem zunächst die Viren chemisch inaktiviert, also unschädlich gemacht werden. Speichel hat den Vorteil der schnellen und ortsunabhängigen Verfügbarkeit, wenn viele Menschen getestet werden sollen", sagt Paula Jendrny, die das laufende Forschungsprojekt als Doktorandin der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover begleitet.

Im Juni besuchte der Inspekteur der Streitkräftebasis Generalleutnant Martin Schelleis die Dienststelle in der Eifel, um sich über den Forschungsfortschritt zu informieren. Schließlich gehört die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr zur Streitkräftebasis. "Ich bin sehr beeindruckt, auch von der zivil-militärischen Zusammenarbeit und kann diese Forschung nur absolut unterstützen", sagte der General bei seinem letzten Besuch in Ulmen.

Wenn die Versuchsreihe mit den inaktiven Viren erfolgreich abgeschlossen wird, kommt die nächste Hürde: Dann muss auch die Detektion aktiver Viren im Speichel getestet werden. "Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann", sagt die Doktorandin Paula Jendrny. Es ist also noch ein langer Weg, bis die Tiere vollständig einsatzfähig sind. Und wenn es dann wirklich möglich sein sollte, Personen die an COVID-19 erkrankt sind mittels Spürhund-Detektion zu identifizieren, wird eine Diskussion nötig sein, in welchen zivilen und militärischen Bereichen diese Hunde ihren Dienst verrichten sollen.

Quelle: Presse- und Informationszentrum der Streitkräftebasis (ots) von Andreas Beu

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