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Humboldtuniversität sagt Vortrag über Zweigeschlechtlichkeit ab: Steht westliche Welt intellektuell vor einem Rückfall in ein dunkles Mittelalter?

Archivmeldung vom 04.07.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.07.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Hendrik Wolter/Shutterstock/Reitschuster/Eigenes Werk
Bild: Hendrik Wolter/Shutterstock/Reitschuster/Eigenes Werk

Es ist dies eine Szene, die aus George Orwells düsterer Utopie „1984“ mit dem darin beschriebenen „Wahrheitsministerium – MiniWahr“ des Big Brother stammen könnte: Die Humboldtuniversität (HU) zu Berlin hatte für den 2. Juli 2022 eine „Lange Nacht der Wissenschaften“ mit insgesamt rund 1.300 Veranstaltungen quer durch Berlin und Potsdam geplant. Topaktuelles Generalmotto sollte sein: „Wissenschaft als Antwort auf Fake News, Verschwörungstheorien und fatale Irrtümer.“ Dies berichtet Josef Kraus auf dem Portal "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Kraus: "Im Rahmen dieser „Langen Nacht“ war ein Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht geplant. Titel des geplanten Vortrages sollte sein: „Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht. Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt.“ Marie-Luise Vollbrecht wollte mit Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt evolutionsbiologisch herleiten, warum es aus biologischer Sicht nur zwei Geschlechter gibt und dass das biologische Geschlecht (Sex) und Geschlechterrollen (Gender) unterschiedliche Dinge sind.

Und dann dies: Der Vortrag wurde abgesagt – „aus Sicherheitsgründen.“ Ein aktivistischer „Arbeitskreis kritischer Jurist*innen an der Humboldt Uni Berlin“ (AKJ) drohte mit Zoff vor dem HU-Hauptgebäude. Wörtliche Drohung: Vollbrecht verbreite „Trans*feindlichkeit“, und „an unserer Uni gibt es keinen Platz für Queerfeindlichkeit. Wir sehen uns auf der Straße!“ Die Humboldtuniversität knickt ein, eine Sprecherin der HU erklärte gegenüber der BILD-Zeitung: „Der Vortrag von Frau Vollbrecht wurde im Interesse der Gesamtveranstaltung und der Besucherinnen und Besucher abgesagt. Die Debatte um den Vortrag droht alle anderen Angebote zu überschatten.“

Soweit haben wir es gebracht „im besten Deutschland, das wir je hatten“ (Steinmeier) und „in dem wir gut und gerne leben“ (CDU-Merkel-Werbung 2017). In einem Deutschland, das „Bildungsnation“ und „Wissenschaftsnation“ sein will! An einer Universität, die nach den Brüdern und Universalgelehrten Wilhelm von Humboldt (1767) und Alexander von Humboldt (1769 – 1859) benannt ist! Die beiden müssen sich ob solcher Verrücktheiten in ihren Gräbern im Schlosspark Tegel herumwälzen.

Erinnerungen an die mittelalterliche Inquisition werden wach

Aber was geschieht hier eigentlich?

Erstens: Hier wird „Wissenschaft“ ad absurdum geführt. Mit der grundgesetzlich garantierten Freiheit von Forschung und Lehre hat das nichts mehr zu tun. Wenn die HU hier einknickt, hat sie den ihr 2012 verliehenen Ehrentitel der „Exzellenz-Universität“ nicht mehr verdient.

Zweitens: In den Köpfen der „Aktivisten“ (sog. Rechtsgelehrte wohlgemerkt!), ihrer Sympathisanten sowie der Queer-Lobby steckt die Vorstellung, der Mensch könne sich von der Biologie emanzipieren und er könne selbst bestimmen, welches Geschlecht er hat. Etwa sechzig verschiedene davon soll es unter anderen laut Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) geben. Die „Aktivisten“ frönen jedenfalls genau dem Irrtum, den die Vortragsreihe aufdecken wollte: Fake News, Verschwörungstheorien und fatale Irrtümer zerpflücken. Dabei ist es eindeutig: Erst die Zweigeschlechtlichkeit hat Evolution bis hin zum „homo sapiens sapiens“ möglich gemacht. Aber offenbar gibt es auch eine Re-Evolution – einen Rückfall vor die Evolution des höheren Intellekts.

Drittens: Die Queer-Fanatiker betreiben im Grund nichts anderes als die von der „Ampel“ inszenierte Politik. Laut geplantem „Selbstbestimmungsgesetz“ der „Ampel“ kann die geschlechtliche Identität vor dem Standesamt ab Vollendung des 14. Lebensjahres einmal pro Jahr geändert werden.

Viertens: Giordano Bruno (1548 – 1600) kommt einem in den Sinn. Er wurde in Rom nach einem sieben Jahre währenden Inquisitionsprozess wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Was hatte er gemacht? Er hat unter anderem bewiesen, dass die Erde nicht der Mittelpunkt eines unendlichen Weltalls sei. Heute ist das (noch?) Gemeingut.

Fünftens: Wie heutzutage mit Kritikern der Gender-Ideologie umgegangen wird, erinnert an das Mittelalter. Zu einem Autodafé, also einem Glaubensprozess mit anschließender Verbrennung wie in Zeiten der spanischen und portugiesischen Inquisition ist es zwar noch nicht gekommen. Aber die Mainstreampolitik und die Mainstreampresse lassen keine Gelegenheit aus, Kritiker der Gender-Ideologie, die keinen Kotau vor dem Goldenen Gender-Kalb machen, anzuprangern, sie auszugrenzen, mundtot zu machen und sie in den sozialen oder auch beruflichen Tod zu verbannen. „Cancel Culture“ nennt sich diese Un-Kultur, die aus den US-amerikanischen „Elite“-Universitäten zu uns herübergeschwappt ist.

Sechstens: Gender-Ideologie ist eine Vertreibung von Realität. Und sie ist Nihilismus pur. In Deutschland – und im Westen der Welt – wird sie von bestimmten (Minderheiten-)Lobby-Gruppen, bevorzugt von den Grünen und der FDP betrieben; sie wird von den Öffentlich-Rechtlichen orchestriert und mit weit mehr als zweihundert Professuren mit Steuergeldern üppig alimentiert.

Steht die westliche Welt intellektuell vor einem Rückfall in ein dunkles Mittelalter? Vor paranoiden mittelalterlichen Erleuchtungserlebnissen, die sich heute „wokeness“ nennen?

Aber wahrscheinlich ist die Erde doch nur eine Scheibe."

Quelle: Reitschuster

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