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Zuschauerin beim Biathlon Weltcup – Mein erstes Mal

Archivmeldung vom 15.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Karl Koch - ExtremNews
Bild: Karl Koch - ExtremNews

Zum BMW IBU Biathlon-Weltcup 2015 in Oberhof kamen an den fünf Wettkampftagen insgesamt 66.000 Zuschauer, darunter waren mit Karl Koch als Fotograf und Karen Goldmann als Journalistin auch ein Team vom ExtremNews. Über die Ergebnisse der einzelnen Wettkämpfe haben wir ja bereits in den Sportnachrichten täglich berichtet. Karen Goldmann berichtet von dem Sportevent nun in einer ungewohnten aber durchaus interessanten Weise, nämlich aus der Sicht einer Zuschauerin, die ihr gegenüber bereitwillig ihre persönlichen Erlebnisse schilderte. Abgeschlossen wird der Beitrag mit einer Fotostrecke des ExtremNews Fotografen, die ebenfalls nochmals zeigt, dass Oberhof neben hervorragendem Sport noch viel mehr zu bieten hat.

Die Journalistin Goldmann stellt nachfolgend die Informationen der Zuschauerin in Form eines Tagebuchs dar:

Mittwoch, 08.01.2015

Seit 2 Tagen ist der Weltcup Biathlon in Oberhof am Laufen. Mein Freund und ich haben auch Karten für die nächsten 3 Tage. Ich war schon zum aktiven Langlauf in Oberhof, aber noch nie beim Weltcup als Zuschauerin live dabei.

Eigentlich hatte ich mich sehr auf dieses Event gefreut, war gespannt auf die Athleten, die Rennen, die Atmosphäre und natürlich auf die Partys.

Aber jetzt melden die Wetterstationen für die nächsten 3 Tage nur steigende Temperaturen, Dauerregen und Orkanstärken 8 bis 9.

Will ich da tatsächlich hin und mir das freiwillig antun??????

Ich rufe meinen Freund an und frage ihn, was er dazu sagt. Er ist schon Oberhoferfahren und sagt: „Wir fahren auf jeden Fall!“ Also gut, dann bleibt mir wohl nichts Anderes übrig als mit ihm mitzufahren.

Donnerstag, 08.01.2015

Abfahrt 10 Uhr, meine Stimmung ist auf dem Nullpunkt.

An den Wetteraussichten hat sich nichts geändert, ich habe keine Lust nach Oberhof zu fahren.

Ankunft in Oberhof um 12:30 Uhr. Es liegt noch Schnee, wir haben ca. 0 Grad. Da wir auch selber gerne eine Runde Langlauf machen würden, wenn wir schon einmal die 130 km hergefahren sind, packen wir unsere Ausrüstung, setzen uns in den kostenlosen Shuttle-Bus zum Grenzadler und sehen uns die Verhältnisse dort an.

Hier liegt nicht mehr viel Schnee! Aber nach einigem Suchen finden wir doch noch eine gespurte Loipe, auf der wir eine Stunde lang laufen können. Der Schnee ist eher stumpf, aber wir sind froh, dass wir überhaupt fahren können. Uns begegnen noch zwei andere Skater, ansonsten sind wir die Einzigen auf der Piste.

Jetzt haben wir die Staffel der Herren verpasst, aber das haben wir in Kauf genommen für das eigene Vergnügen. Mit meiner Laune geht es etwas bergauf.

Mit dem Shuttle geht es zurück ins Hotel, wo wir ausgiebig duschen. Anschließend sind wir mit Freunden verabredet und verbringen einen ruhigen Abend in netter Gesellschaft.

Die Ruhe vor dem Sturm, wie sich noch herausstellen soll….

Freitag, 09.01.2015

Die erste Nacht im Hotel war gut. Die Betten sind okay, wir haben beide ausgeschlafen. Auch das Frühstück ist bis auf den Kaffee in Ordnung. Vor allem die große Auswahl an Brötchen gefällt mir sehr.

Frisch gestärkt machen wir uns zunächst daran, die Sportläden zu durchstöbern. Mannomann, lauter tolle Klamotten in den besten Designs und Farben. Hier kann man sein Geld schnell ausgeben! Auch wir schlagen mehrfach zu und machen sogar noch ein paar Schnäppchen.

So, und nun geht es zum ersten Rennen: Der Sprint der Damen. Das Wetter ist, wie angekündigt, sehr launisch und windig. Es regnet, und die Temperaturen steigen. Mit dem Shuttle fahren wir wieder bis zum Grenzadler und bekommen noch einen guten Platz mitten in der Zuschauermenge. Und das, obwohl wir gerade noch rechtzeitig zum Start da sind. Die schlechten Wetterbedingungen haben wohl doch viele Fans dazu bewogen, sich das Rennen lieber vor dem Fernseher anzuschauen als live vor Ort.

Die Stimmung im Stadion ist aber toll. Die Leute, die da sind, feuern ihre Favoritinnen lautstark und begeistert an. Bei jedem vorbeifahrenden deutschen Mädel tobt das Publikum. Franziska Preuß und Vanessa Hinz sind die Heldinnen des Tages. Es ist schon ein tolles Gefühl, so hautnah bei der Veranstaltung, aber auch bei den Athletinnen dabei zu sein. Diese aus so naher Distanz zu erleben, gefällt den Zuschauern sichtlich. Als Dankeschön verteilen die Läuferinnen gerne ihre Autogramme, manchmal auch mit kleiner Widmung.

Nach dem Rennen sind wir trotz der warmen Temperaturen durchgefroren. Es ist einfach zu windig! Also geht es jetzt erstmal aufs Dixie und dann in das Partyzelt.

Hier ist es schon gerammelt voll, es läuft gerade Safri-Duo, als wir eintreten. Jetzt aber nichts wie ab auf die Tanzfläche! Die Jacken hängen wir schnell übers Geländer der Bühne und sind dann nicht mehr zu bremsen. Mit uns viele andere tanzbegeisterte Skifans. Die Stimmung ist bombig. Schnell wird uns wieder warm, und wir hüpfen nur noch in T-Shirts vor der Bühne umher.

Wow!!!!!! Ich fühle mich wieder wie 20, obwohl ich über 40 bin! Jung und Alt gemeinsam, alle fühlen sich vereint und haben jede Menge Spaß zusammen.

Na klar, ein bisschen Alkohol ist auch dabei…

Um halb sechs fahren wir zu einem kurzen Zwischenstopp ins Hotel zurück, duschen, ziehen uns um und dann geht es weiter in den Kurgarten in das nächste Partyzelt. Auch hier wieder diese Bombenstimmung, Tanzlaune ohne Ende und jede Menge neuer Bekanntschaften. So viel getanzt habe ich ja nicht einmal an Silvester…

Um halb zwölf sind wir k.o. Erschöpft, aber hochzufrieden mit den Erlebnissen des Tages lege ich mich schlafen.

Wie gut, dass ich doch mitgefahren bin!!!!!

Samstag, 10.01.2015

Die gestrige Tanzbegeisterung macht sich bemerkbar. Meine Gelenke sind alle sehr müde heute morgen. Nach dem Frühstück legen wir uns noch eine Runde hin, um die Reserven wieder zu füllen und neue Energie zu tanken für die Herausforderungen, die heute auf uns warten.

Der Start des Herrensprints wird wegen des schlechten Wetters auf 14:30 Uhr verschoben.

Wir entscheiden uns, aufgrund der schlechten Wetterbedingungen das Rennen im Partyzelt anstatt live zu verfolgen.

Diese Idee hatten wohl auch Andere, denn vor dem Zelt müssen wir erst einmal 20 Minuten warten, ehe wir überhaupt hineingelassen werden. Die Stimmung ist wieder toll.

Nachdem der Wettkampf auf der Leinwand beendet ist, beginnt die nächste Party. Die Band macht Stimmungsmusik, und die Weltcup-Fans sind nicht mehr zu halten. Die Tanzfläche ist schnell wieder gerammelt voll, und man selbst hat kaum noch Platz, sich in seiner tänzerischen Ader zu entfalten!

Als die Durchsage kommt, dass in einer halben Stunde die letzten Busse in den Ort zurückfahren, leert sich das Zelt schnell, und alle machen sich auf dem Weg in den Kurgarten.

Hier treffen wir viele bekannte Gesichter von gestern, und Telefonnummern und email- Adressen werden getauscht.

Insgesamt ist das Publikum heute sehr viel jünger als gestern noch, aber wieder haben alle gemeinsam jede Menge Spaß. Die Band bringt Musik für jeden Geschmack, und die Tanzfläche ist bald so voll, dass man sich kaum noch bewegen kann.

Um 23:30 Uhr entscheiden wir uns, den Kurgarten zu verlassen, um in der legendären „Waldmarie“ weiter zu feiern. Wir gehen ins Hotel, wechseln die Klamotten von sportlich-rustikal zu schick & elegant und machen uns auf den Weg zur Diskothek.

Leider werden wir dort nicht hereingelassen, da die Türsteher meinen, dass für uns kein Platz mehr wäre, erst in einer Stunde wieder. Mir fehlen die Worte. Sehen wir wirklich so schäbig aus? Das kann ich doch gar nicht glauben! Aber okay! Wenn die uns nicht wollen, dann wollen wir halt auch nicht. Und zwar gar nicht mehr… Nie mehr. Uns ist die Lust auf Waldmarie vergangen. Für immer!

Wir überlegen, wieder zurückzugehen ins Partyzelt, aber ich bin mittlerweile so müde, dass ich nur noch ins Bett will.

Die Türsteher der Waldmarie können den Tag aber nicht kaputtmachen: Es war wieder sooooo schön in Oberhof!!! Trotz des schlechten Wetters!

Sonntag, 11.01.2015

Unser letzter Tag hier! Eigentlich wollte ich gar nicht herkommen, und jetzt will ich gar nicht wieder wegfahren!

Wir sehen uns die letzten Rennen an: Massenstart der Damen und der Herren. Noch ein letztes Mal dieses tolle Erlebnis mitnehmen, die Atmosphäre aufsaugen und sich über das Sch…..-Wetter aufregen!

Im Party-Zelt tobt wieder der Bär, aber ich bin heute zu platt, um da nochmals mit abzugehen. Ich bin völlig ausgelaugt von den letzten 2 Tagen….

Weltcup Biathlon in Oberhof – ein Mega-Event, das so viele Facetten bietet! Selten habe ich so viel Spaß gehabt, so viel gelacht und so viele tolle Bekanntschaften gemacht.

Selten habe ich außerdem so viel getanzt, dass nichts mehr ging….

Eines steht fest: Oberhof 2016 – ICH KOMME WIEDER!

Link zur Fotostrecke auf flickr.com: https://www.flickr.com//photos/extremnews/sets/72157650301019715/show/

Besitzer von Smartphones, die die Bilder der Fotostrecke vom BMW IBU Biathlon-Weltcup 2015 in Oberhof hier nicht angezeigt bekommen, können diese hier sehen: https://www.flickr.com/photos/extremnews/sets/72157650301019715/

Hier noch ein paar Zahlen für die Statistiker unter den Lesern:

Zuschauer: An fünf Wettkampftagen kamen insgesamt 66.000 Zuschauer (Mittwoch 8.000, Donnerstag 10.500, Freitag 9.000, Samstag 16.500 und Sonntag 22.000).

Siegerehrung: Für die drei Podiumplatzierten gab es insgesamt 36 Blumensträuße und 36 Pokale aus Wurzelholz mit einer Kugel aus Naturstein in Gold, Silber oder Bronze, angefertigt in den Rehawerkstätten Schleusingen. Die Athleten auf den Rängen vier bis sechs erhielten Sachpreise gesponsert von der Deinhard Sektkellerei.

Preisgeld: Insgesamt wurden 326.000 Euro an Preisgeld ausgezahlt.

Transport: 45 Fahrzeuge, davon 29 Busse, mit 32 ehrenamtlichen Fahrern zum Transport von Athleten, Journalisten, Helfern, VIPs waren im Einsatz.

Helfer: Insgesamt waren 712 ehrenamtliche Helfer in der Vorbereitung, während der Weltcups und in der Nachbereitung im Einsatz.

Logistik: 90 Container, 18 Toilettencontainer, 1,715 km Bauzaun, 1,525 km Absperrgitter und 8,3 km Absperrband.

Schneetransporte: Um die Weltcupstrecken zu präparieren wurden insgesamt 300 Lkw-Ladungen Schnee aus den Oberhofer Depots verwendet. Die finnische Firma SnowTek produzierte erstmals 130 Lkw-Ladungen im Vorfeld des Weltcups.

Polizeieinsätze: Nach Angaben der Polizei gab es keine größeren Vorkommnisse bis auf einen Verkehrsunfall und zwei gemeldete Diebstähle. Vom DRK mussten 67 Patienten behandelt werden, davon 37 mit internistischen Notfällen (Herzkreislauf) und 30 chirurgische Fälle (von der Schnittwunde bis zur Fraktur). 27 Fälle mussten vom Rennarzt behandelt werden und 9 davon wurden ins Klinikum Suhl eingewiesen.

Akkreditierungen: 2.545 akkreditierte Personen. 199 Journalisten waren akkreditiert. Hinzu kamen 143 Reporter, Redakteure, Kameramänner und Techniker, die für das ZDF im Einsatz waren.

TV-Sender: ZDF, MDR, Eurosport, NRK-TV (Norwegen), RTR (Russland) und Sky. Ehemalige erfolgreiche Skijäger standen den TV-Sendern als Reporter oder Co-Kommentatoren mit Expertenrat zur Seite: Sven Fischer für das ZDF, Katja Wüstenfeld (ehemals Beer) für Eurosport und Halvard Hanevold für das norwegische Fernsehen NRK.

Hüttendorf: Im Hüttendorf gab es dieses Jahr wieder 29 Hütten. Die Verpflegungsstatistik: 8.000 l Glühwein wurden getrunken, 500 Crepes, 900 Langos, 11.000 Brötchen und 50 Brote wurden vertilgt. Ein Fischhändler hat die Menge an Fisch verkauft, die einem halben Hai entspricht. Zudem wurden Bratwürste, die aneinandergereiht von Oberhof bis zur Wartburg reichen würden und Steaks, die ausgelegt die Hälfte der Fläche der Schießmatten belegen würden, verkauft. Zur Ladies Night wurden rund 4.000 Prosecco Gutscheine, gesponsert von der Deinhard Sektkellerei, verteilt.

Fanshop: Insgesamt 70 verschiedene Artikel gab es im Angebot. Verkaufsschlager waren wie im vergangenen Jahr Pins, Glocken (550 wurden gekauft) und blaue Adidas-Bommelmützen wie sie auch die Oberhofer Helfer tragen.

Weltcup-Baby von Katrin Apel: Während am Samstag die Männer beim Sprintrennen um gute Platzierungen kämpften, erblickte das Weltcup-Baby Hannes von Ex-Biathletin Katrin Apel und Mario Milde das Licht der Welt. Hannes ist 51 cm groß und wiegt 3716 g. Der frischgebackene Papa hatte allerdings nur kurz Zeit den Neuankömmling zu begrüßen, er musste zurück in die DKB-Ski-ARENA. Mario Milde ist Kampfrichter-Obmann beim Weltcup.

„Kulinarische Volltreffer“: Kommentatoren-Legende und Hobbykoch Sigi Heinrich, der in Oberhof für Eurosport im Einsatz war, hat in seinem neuen Buch „Kulinarische Volltreffer“ die Lieblingsrezepte von 50 Biathleten zusammengetragen. Herausgekommen ist ein internationales Kochbuch mit Porträts der Top-Athleten und kleinen Rezeptgeschichten am Rande. Das Buch hat eine Erstauflage von 3000 Stück und kostet in Deutschland 29,90 €. Bestellen kann man das Kochbuch direkt bei Sigi Heinrich per mail ([email protected]).

Pendelbusse: 42 Pendelbusse waren 1485 h im Einsatz.

Weltcup-Hits: „Hey, wir wollen die Eisbären sehen.“ (Puhdys), „Geronimo“ (Sheppard), Hitmix Udo Jürgens

Quelle: Text von Karen Goldmann - Fotos von Karl Koch

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