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Deutschland eröffnet Jagd auf Plagiat

Archivmeldung vom 11.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

In Deutschland gibt es nun eine Website, die jedem Interessenten helfen wird, Plagiat-Fälle deutscher Politiker aufzudecken, schreibt Andrei Fedjaschin auf der Internetseite von Radio "Stimme Russlands". In der vorigen Woche war die deutsche Ministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan gezwungen, ihren Abschied einzureichen, nachdem in ihrer Dissertation Plagiat entdeckt worden war.

Andrei Fedjaschin weiter: "Den Namen eines Politikers auf der Website in die Liste der „Verdächtigen“ einzutragen kostet 20 Euro. Die Überprüfung auf „Diebstahl“ mit Hilfe einer Software kommt 50 Euro zu stehen. Für die Analyse der Doktorarbeit durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter wird man 500 Euro zahlen müssen.

Der erste war Martin Heidingsfelder, Mitglied der deutschen Piratenpartei. Er kandidiert für den bayerischen Landtag und den Bundestag. Die Website entstand sieben Monate vor den Bundestagswahlen. Der Leiter des Zentrums für Deutschland-Forschungen des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften Wladislaw Below macht auf den politischen Hintergrund der „Jagd auf das Plagiat“ aufmerksam.

„Diese oder jene Probleme von Politikern, seien es Plagiat-Vorwürfe oder nicht ganz korrekte Methoden, mit denen man Kredite erhält, werden in der Regel von politischen Gegnern genutzt. Das Ziel ist hier klar: Man will somit politische Konkurrenten beseitigen. Der Fall von Annette Schavan bekräftigt das. In dem Land, wo Sozialdemokraten und Grüne regieren, wurde das politische Schicksal von Annette Schavan, der nächsten Kampfgefährtin der Bundeskanzlerin Merkel, in Frage gestellt.“

Annette Schavan ist nicht der erste deutsche Minister, der der intellektuellen Entlehnung beschuldigt wird. 20011 reichte der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Abschied ein. Der aufgehende CDU-CSU-Star schrieb fast ein Drittel seiner Dissertation ab. Solche Fälle gibt es nicht nur in Deutschland. 2012 trat der Präsident Ungarns Pal Schmitt aus ähnlichem Grund von seinem Amt zurück. Der Ministerpräsident Rumäniens Victor Ponta wurde im Juni des gleichen Jahres des „Kopierens“ von über 50 Prozent seiner Dissertation beschuldigt. Freilich gelang es ihm die Kritiker zurückzuweisen.

Der gegenwärtige Vizepräsident der USA Joe Biden und der ehemalige Präsident Ronald Reagan wurden des Plagiats, freilich nicht des wissenschaftlichen, sondern des Redner- und Schriftstellerplagiats beschuldigt. Der kanadische Ministerpräsident Steven Harper entlehnte 2008 dem ehemaligen Ministerpräsidenten Australiens John Govard einen beträchtlichen Teil dessen Rede, in der der Krieg im Irak unterstützt wurde.

„Leider ist das Plagiat nicht nur in der Politik weit verbreitet“, sagte der bekannte russische Germanist, Akademiemitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Alexander Galkin.

„Der intellektuelle Diebstahl ist nicht viel besser als der Diebstahl von materiellen Werten. Es wird immer komplizierter zu versuchen sich dagegen zu stemmen. Das ist leider ein Problem der heutigen Gesellschaft. Meine sehr viele Kollegen – Hochschullehrer raufen sich buchstäblich die Haare aus. Sie stellen ihren Studenten Aufgaben und erhalten dann eine kolossale Menge von aus dem Internet abgeschriebenen Materialien.“

Heute ist es sehr schwer einen Menschen zu finden, der einen neuen Gedanken äußern kann. Vielleicht deshalb, weil alles schon gesagt wurde?"

Quelle: Text Andrei Fedjaschin - „Stimme Russlands"

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