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Seltenerdmetalle: Wird die Nachfrage dem Angebot gerecht?

Archivmeldung vom 27.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: ru.wikipedia.org - "Stimme Russlands"
Bild: ru.wikipedia.org - "Stimme Russlands"

Das staatliche Unternehmen Rostech und die Gruppe IST werden mindestens eine Milliarde US-Dollar in die Gründung einer Holding für die Förderung und Verarbeitung von Seltenerdmetallen investieren, berichten russische Massenmedien. Heute herrscht auf diesem Markt China fast ungeteilt, und die Verbraucher sind weltweit an neuen Lieferanten sehr interessiert.

Das Joint Venture wird sich mit der Erschließung der Tomtorskij Seltenerdmetalllagersätte in Jakutien befassen. Der Bau eines Betriebes für die Förderung und Verarbeitung von seltenen Elementen soll 2013 beginnen und Ende 2017 beendet werden. Die projektierte Kapazität ist für 2018 geplant.

Zu den Seltenerdmetallen gehören 17 Elemente, die in High-Tech-Geräten (zum Beispiel in Planchetten und Smartphones), im Flugzeugbau, in der Automobil- und Atomindustrie und natürlich im Militärbereich verwendet werden. Die Regierung bestätigte das Programm der Produktion von Seltenerdmetallen in Russland im Februar 2013.

Der Analytiker der Investitionsfirma VTB Kapital im Bereich der Hüttenindustrie und des Bergbaus Nikolaj Sosnowskij spricht über die Investoren:

„Die Gruppe IST hat eine recht lange Geschichte des Bergbaus. Sie befassten sich sowohl mit Ferrolegierungen als auch mit Edelmetallen. Alle ihre Projekte waren recht erfolgreich. Sie haben gute Kenntnisse im Bereich der Gewinnung, verstehen diese Projekte und wissen, wie man sie realisieren kann, wie man unter den russischen Bedingungen arbeiten muss. Rostech vertritt hier den Staat. Weil der Bereich der Seltenerdmetalle eine strategische Branche ist.“

Die Wirtschaft wird technologischer, die Nachfrage nach seltenen Metallen wächst. Aber bis zu 95 Prozent der Förderung der Seltenerdmetalle sind in China konzentriert, das den Import einschränkt und mit den Preisen manipuliert. Nikolaj Sosnowskij spricht über die Ursachen des chinesischen Monopols.

„Das ist mit der Geologie verbunden – in der Welt gibt es nicht so viele Lagerstätten für die Erschließung. Das ist auch damit verbunden, dass in China die Arbeitskräfte recht billig sind. Dazu sind die Umweltforderungen recht gering, was für diese Produktion wichtig ist. Die entwickelten Staaten mit strengeren regelnden Maßnahmen in diesem Bereich lassen eine schmutzige Hüttenproduktion nimmt immer zu. China gelang es praktisch die ganze Produktion zu konsolidieren und die Lieferungen und die Preise in der Welt wesentlich zu beeinflussen.“

Die Herrschaft Chinas gefällt den anderen großen Spielern nicht. Deshalb versuchen Russland, die USA, Indien, Brasilien und andere Länder ihre eigene Produktion in Gang zu bringen.

Laut Einschätzungen von Experten sind in Russland bis zu 20 Prozent der Vorräte an Seltenerdmetallen konzentriert. Aber die Förderung beträgt nur zwei Prozent der globalen Förderung. Unsere Industrie braucht sie nicht so sehr. „Dazu hat Russland vorläufig keine verarbeitenden Kapazitäten“, sagte der Analytiker des metallurgischen Sektors der Investitionsbank „Renaissance Kapital“ Wassilij Kuligin.

Die russische Regierung proklamierte mehrmals den Kurs auf die Entwicklung der Innovationsbetriebe, die seltene Metalle brauchen. Experten unterstreichen aber: Wenn man die Produktion der Seltenerdmetalle vor der Entstehung einer stabilen inneren Anfrage anbahnt, dann wird man diese wertvollen Rohstoffe nur ins Ausland verkaufen. Übrigens ist die Diversifizierung der Rohstoffbranche auch wichtig, damit die Abhängigkeit von dem Erdöl und dem Erdgas verringert wird. Die Nachfrage nach seltenen Metallen wird in der Welt aller Wahrscheinlichkeit nach wachsen.

Quelle: Text Wlad Grinkewitsch - „Stimme Russlands"

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