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Musikwissenschaftlerin beschreibt die Vuvuzela

Archivmeldung vom 15.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Vuvuzelas in verschiedenen Farben am "Vuvuzela Day" Bild: Dundas Football Club
Vuvuzelas in verschiedenen Farben am "Vuvuzela Day" Bild: Dundas Football Club

Wenn sie in Massen auftreten, sind sie vor allem nervtötend - kulturhistorisch betrachtet aber zählen Vuvuzelas zu den Naturtrompeten. Mit Christiane Rieche, Kustodin der Musikinstrumenten-Sammlung im Händel-Haus Halle, sprach die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung über das Instrument.

Kann man auf einer Vuvuzela theoretisch richtig musizieren?

Rieche: Ja, mit Hilfe der Lippenspannung lassen sich die Töne modulieren - allerdings nur im Bereich der so genannten Naturtöne, nicht in den chromatischen Tonleitern. Dafür bräuchte man ein Instrument mit Ventilen oder mit einem Zug - wie die moderne Trompete oder die Posaune. Und bei den Vuvuzelas dürfte der Tonwechsel zudem mit einem ziemlichen Kraftaufwand verbunden sein, weil man bei der Länge des Instruments einen größeren Blasdruck braucht.

Die Vuvuzela ist also kein spezifisch afrikanisches Instrument?

Rieche: Nein, Naturtrompeten finden sich seit der Bronzezeit auch in Europa - und spielen hier auch im Barock noch eine wichtige Rolle. Von den Ursprungsmaterialien wie Hörnern oder Muscheln sind die Plastik- oder Blech-Tröten in den Stadien zwar weit entfernt.Gemeinsam ist diesen Instrumenten jedoch ihre enorme Durchschlagskraft, die neben dem enervierenden Dauerton ja jetzt auch zu der WM-Debatte beiträgt.

Lassen sich dafür auch historische Belege finden?

Rieche: Ja, in unserer aktuellen Schatzkammer-Ausstellung zeigen wir sogar ein besonders schönes Instrument, das eine Verbindung nach Afrika herstellt. Es ist ein so genanntes Olifant, das aus dem Elfenbein eines Elefanten-Stoßzahns gefertigt wurde. Unser Exemplar stammt zwar aus dem 19. Jahrhundert, seine Blütezeit aber hatte dieses Signalhorn im Mittelalter. Und im Rolandslied wird erzählt, dass ein verwundeter Held damit über eine Entfernung von 30 Meilen Hilfe herbeigerufen habe - allerdings mit der Folge, dass ihm die Halsschlagader platzte. In der Realität liegt die gesundheitliche Gefahr wohl eher beim unmittelbaren Ohrenkontakt mit dem Schalltrichter einer Vuvuzela. 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

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