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Plagiatsjäger lässt aufhorchen: Ist Uni-Abschluss von Grünen-Chefin Annalena Baerbock erfunden?

Archivmeldung vom 11.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Annalena Charlotte Alma Baerbock (2020)
Annalena Charlotte Alma Baerbock (2020)

Foto: Olaf Kosinsky
Lizenz: CC BY-SA 3.0 de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Spätestens seit Januar ist der Publizist Dr. Stefan Weber den meisten Österreichern ein Begriff. Denn damals stolperte die einstige ÖVP-Arbeitsministerin Christine Aschbacher über eine Plagiatsaffäre, die auf Recherchen Webers zurückging. Nun fieberte das Netz mit: Sollte Annalena Baerbock, die von den Mainstream-Medien gehypte Kanzlerkandidatin etwa die nächste prominente Politikerin auf seiner ‚Abschussliste‘ werden? Dies berichtet das Magazin "Wochenblick.at" unter Verweis auf den jüngsten Bericht von Dr. Weber.

Weiter berichtet das Magazin: "Zumindest erkannte Weber im jüngsten Beitrag vom Montag akuten Erklärungsbedarf bei der Grünen-Chefin, die immer wieder durch Fachunkenntnis (etwa, indem sie behauptete, für die Herstellung von E-Auto-Batterien würde „Kobold“ benötigt) auffällt. Denn er stellte fest: Der teilweise sogar von der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung behauptete Bachelor-Abschluss Baerbocks in Hamburg dürfte schlichtweg erfunden sein.

Verwirrung um grundlegendes Baerbock-Studium

Weber machte ein Erratum der „Süddeutschen Zeitung“ bei einem Artikel aus dem Jahr 2019 stutzig: „In einer vorigen Fassung des Texts hatten wir angegeben, Frau Baerbock habe einen Bachelorabschluss. Dies ist nicht korrekt.“ Diese Aktualisierung sei erst seit wenigen Tagen online. Schon vor einigen Tagen hatte der Blog von Hadmut Danisch kolportiert, dass an der Behauptung etwas nicht stimmen könne – etwa, weil es zu Baerbocks Studienzeit noch gar keinen Bachelor in Deutschland gegeben habe. Tatsächlich fand dieser erst 2003 Einzug in die dortige Studienordnung – Baerbocks Studium soll aber von 2000 bis 2004 stattgefunden haben.

Nun stand im Raum, dass das Studium in Hamburg möglicherweise nicht abgeschlossen worden sei – wie dies auch für ihr späteres Doktorstudium in Völkerrecht in Berlin gilt. Ein Grünen-Sprecher versuchte dies zu entkräften, indem er einerseits ihren Masterabschluss (LL.M.) an der renommierten London School of Economics belegte – und andererseits auf ein Vordiplom Baerbocks in Politikwissenschaften in Hamburg verwies. Ein mit einem Bachelor-Abschluss vergleichbares Erstes Staatsexamen hat Baerbock jedenfalls nicht.

In Hamburg hatte sie Politische Wissenschaft auf Diplom mit Nebenfach Öffentliches Recht/Europarecht studiert. Da zu der Zeit in DE Bachelor+Master noch nicht flächendeckend eingeführt waren, war damals u.a. das Vordiplom Grundlage für Aufnahme von Masterstudiengängen im Ausland. pic.twitter.com/aqjNtUWgqS — Andreas Kappler (@GruenSprecher) May 11, 2021

Wie gelang Zulassung zu Masterstudium mit Vordiplom?

Dennoch bleibt – wie auch Weber erwähnt – eine solche Karriere etwas unorthodox. Denn in England ist der Jus-Grundkurs in der Regel mit einem „Bachelor of Laws“ (LL.B) bezeichnet – außer in Oxford, das einen „Bachelor of Civil Law“ (B.C.L.) vergibt. Die teilweise Verwirrung zwischen Bachelor-Studien und nominellen Masterstudien gibt es ebenfalls nur in Schottland. Es handelt sich also zweifelsfrei um einen Postgrad-Kurs.

Zwar gibt es einige englische Universitäten, die Studenten in ihren LL.M.-Kurs lassen, die einen Bachelor-Abschluss in verwandten Disziplinen haben. Aber ausgerechnet die London School of Economics verlangt dezidiert einen Bachelor-Abschluss in Rechtswissenschaften oder einen vergleichbaren Abschluss wie das Erste Staatsexamen – zumindest im Jahr 2021.

Es ist also lediglich möglich, dass die Uni früher weniger strikte Zulassungskriterien hatte und das Vordiplom für einen Bachelor-Abschluss hielt. Dies scheint allerdings nach bisherigem Wissensstand nicht der Fall zu sein.

pic.twitter.com/GR6FE2IU14 — plagiatsgutachten.com (@antiplag) May 10, 2021 

Veröffentlichung der Masterthesis gefordert

Nach der Stellungnahme des Grünen-Sprechers stellte Weber heraus, dass er den akuten Erklärungsbedarf nun nicht mehr bei Baerbock, sondern bei der London School of Economics sah. Dennoch fordert er aber nun die Veröffentlichung ihrer Masterthesis. Denn „Im Zuge der zutage getretenen Ungereimtheiten“ wäre dies nun „ein weiteres Gebot der Transparenz“, bei der er bei Politikern besonders hohe Maßstäbe ansetzt.

Immer wieder sind die akademischen Abschlüsse von Politikern Gegenstand öffentlicher Debatte. In Deutschland ist vor allem die Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein Begriff. Im Vorjahr sorgten Gerüchte über eine Schummelei des mittlerweile zurückgetretenen SPD-Urgesteins Johannes Kahrs bei seinem Ersten Juristischen Staatsexamen für Aufregung.

Aber nicht nur Plagiate können für die Spitzenpolitiker unangenehm werden. Im Fall von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) deckte Wochenblick erst vor einigen Monaten auf, dass dessen Diplomarbeit von minderer akademischer Qualität ist und obendrein Loblieder auf Vordenker der Dollfuß-Diktatur singt. Übrigens: Auch die Masterarbeit von Innenminister Karl Nehammer (ebenfalls ÖVP) analysierte Weber und kam zum Schluss: „Qualitativ nicht gut, aber kein Plagiat“.

Quelle: Wochenblick

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