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WHO-Studie: Covid-19 weniger tödlich als bisher angenommen?

Archivmeldung vom 19.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
maske tragen
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Bild von Candid_Shots auf Pixabay

Eine von der WHO publizierte Metastudie des renommierten Corona-Experten John P. A. Ioannidis kommt zu dem Ergebnis, dass das neuartige Coronavirus möglicherweise weniger tödlich ist, als bisher angenommen.

Weiter heißt es hierzu in einem Bericht von Armin Siebert auf der deutschen Webseite des russichen online Magazins "Sputnik": "Während die Neuinfektionszahlen in ganz Europa ansteigen, ist die Zahl der an oder mit Covid-19 verstorbenen Patienten noch weit entfernt von Größenordnungen auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie in Europa Ende März und Anfang April.

Infektionssterblichkeit von 0,23 Prozent

Eine Metastudie von John P. A. Ioannidis, Professor für Medizin und Epidemiologie an der Stanford-Universität, hat nun versucht, die sogenannte Infektionssterblichkeit von Sars-CoV-2 zu ermitteln

Ioannidis führte die Anzahl der Covid-19-Todesfälle in verschiedenen Regionen und Ländern zusammen und teilte diese durch die Anzahl der als Infizierte Erfassten in der Region. Insgesamt errechnete der Epidemiologe für 51 Standorte eine durchschnittliche Infektionssterblichkeit von 0,27 Prozent, korrigiert 0,23 Prozent. Zum Vergleich: Der Virologe  Christian Drosten von der Berliner Charite schätzt die Sterblichkeitsrate von Sars-CoV-2 für Deutschland auf 1,0 Prozent. Zum Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu sterben, liegt bei 0,1 bis 0,2 Prozent.

Je nach Altersstruktur in dem untersuchten Land und anderen sozialen Faktoren, kam auch Ioannidis auf eine recht breite Spanne. Die Infektionssterblichkeit lag in seiner Metastudie je nach Region zwischen 0,00 und 1,63 Prozent. Beispielsweise lag in Regionen mit weniger als 118 Todesfällen pro einer Million Menschen die Sterblichkeitsrate bei nur 0,09 Prozent. Rechnet man noch die Bevölkerungsgruppen über 70 Jahren heraus, betrug die durchschnittliche Sterberate bei Covid-19 gar nur 0,05 Prozent.

„Infektionssterblichkeitsraten geringer als zu Beginn der Pandemie angenommen“

Ioannidis weist in seiner Metastudie darauf hin, dass die Ergebnisse für eine Region sich nicht auf das ganze Land übertragen lassen. So wurde in der „Gangelt-Studie in der besonders stark betroffenen Region Heinsberg von Professor Streeck, die ebenfalls Eingang in die Untersuchung des Stanford-Wissenschaftlers fand, eine Sterblichkeit von 0,37 Prozent unter allen Infizierten ermittelt. Ioannidis[EP2]  geht jedoch davon aus, dass trotz der großen Spanne von einer eher geringen Sterblichkeit in Ländern mit einer eher jungen Bevölkerung, beispielsweise in Afrika, bis hin zu einer eher hohen Sterblichkeit in manchen europäischen Regionen, im Schnittwerden kann. Mit entsprechenden Maßnahmen zum Schutz von Risikogruppen könnte sogar eine noch geringere Infektionssterblichkeit erreicht werden, so der Wissenschaftler.

Ioannidis schreibt zusammenfassend in seiner Studie: „Die Infektionssterblichkeitsraten scheinen viel geringer zu sein, als in Schätzungen zu Beginn der Pandemie angenommen wurde.“

Antikörper – ungenau, aber tendenziell aussagekräftig

Ioannidis, der zu den renommiertesten Corona-Experten weltweit zählt, hat für seine Meta-Untersuchung insgesamt 61 Studien aus verschiedenen Ländern zu Antikörpern gegen Sars-CoV-2 im Blut ausgewertet. Über Antikörper wird die tatsächliche Infektionsrate innerhalb einer untersuchten Gruppe ermittelt. Ungenauigkeiten ergeben sich durch den erschwerenden Fakt, dass offenbar nicht alle mit Sars-CoV-2 Infizierten Antikörper entwickeln oder sie je nach Schwere der Infektion schneller abbauen. Durch die Kombination einer so großen Anzahl von Studien und damit einer hohen Zahl weltweit untersuchter Infizierter, lassen sich jedoch aus Ioannidis‘ Metastudie recht zuverlässige Aussagen ableiten.

„Statistiker“ und „Aussenseiter“?

Kritik an der Studie kam vom deutschen Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Auf Twitter schreibt er zu Ioannidis‘ Studie:

"Immer wieder wird auf diese Studie eines Stanford Statistikers hingewiesen. 2 Dinge: Arbeit ist methodisch sehr umstritten, Aussenseiter. Wichtiger: Geringe Sterblichkeit in „Jugendnationen“ (Afrika) helfen uns nicht. Altes Land, hohe Coronasterblichkeit".

​Laut Berliner Einstein-Stiftung gehört John P. A. Ioannidis zu den zehn meistzitierten Wissenschaftlern der Welt. Die Metastudie wurde geprüft und editiert und ist offiziell über das Bulletin der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht worden."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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