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90 Prozent aller Deutschen leiden unter Kopfschmerzen - Akupunktur hilft, wie die aktuelle gerac-Kopfschmerzstudie belegt

Archivmeldung vom 16.11.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.11.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Jens Brehl

Rund 6-8 Prozent aller Männer und 12-14 Prozent aller Frauen leiden unter Migräne. Etwa 20-30 Prozent der Gesamtbevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens einen häufigen Spannungskopfschmerz. Bis zu 90 Prozent der Bevölkerung geben an, zumindest gelegentlich unter Kopfschmerzen zu leiden. Die Migräne betrifft Frauen häufiger als Männer. Über 200 Ärzte verschiedener Akupunkturschulen führten jetzt im Auftrag der GKV (gesetzlichen KV) die gerac Studie (german acupuncture trials) mit über 10.000 Akupunkturbehandlungen gegen Kopfschmerzen durch.

Hierbei zeigte sich erstmalig, dass die langfristige Wirkung einer sechswöchigen Akupunktur mit 10(Spannungskopfschmerz) bis 11 (Migräne) Akupunkturbehandlungen
mindestens genauso gut wirkt wie eine kontinuierliche sechsmonatige medikamentöse Migräneprophylaxe nach internationalem Standard.


Arbeitsausfall, Medikamentenkonsum

Rund 3,7 Milliarden Schmerzmitteldosen werden jährlich in Deutschland konsumiert. Der größere Teil davon (bis zu 80 Prozent) wird wegen Kopfschmerzen eingenommen. Allein durch den Konsum von sogenannten, oft frei verkäuflichen, nicht steroidalen Analgetika
wird mit 1 - 4000 Toten pro Jahr in Deutschland gerechnet. Es wird vermutet, dass bis zu 40 Prozent der chronisch auftretenden Kopfschmerzen durch die häufige Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln ausgelöst werden, wobei die Einnahme immer mehr
gesteigert wird. Zwischen neun und zwölf Prozent der arbeitenden Patienten mit einem Spannungskopfschmerz verlieren pro Jahr mindestens einen Arbeitstag durch ihre Krankheit, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind.

Die Behandlung des Kopfschmerzes erfolgt in Abhängigkeit vom Typ. Nach international anerkanntem Standard erfolgt die Migräneprophylaxe unter anderem mit Betablockern, oder Wirkstoffen, die auch bei Epilepsie eingesetzt werden, die akute Migräneattacke wird mit Schmerzmitteln oder Triptanen behandelt. Zur Prophylaxe des Spannungskopf- schmerzes wird ein Antidepressivum eingesetzt. Die medikamentöse Therapie ist mit möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Impotenz belastet, und viele Patienten verweigern die Behandlung. Akupunktur wird seit 15 Jahren gerade in Deutschland zunehmend zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt, ohne dass die Wirksamkeit nachgewiesen war.


Zwei Studien zum Thema Kopfakupunktur

Im Rahmen der von den gesetzlichen Kassen gesponserten gerac-Kopfschmerzstudien wurden zwei klinische Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Körperakupunktur mit Nadeln an chinesischen Punkten (Verum Akupunktur) und an neuen nicht chinesischen Punkten (Sham Akupunktur) im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie bei Migräne- und Spannungskopfschmerzpatienten überprüft haben. Die Studien sind die größten und methodisch strengsten Akupunkturstudien, die zu Kopfschmerz in der westlichen Welt jemals durchgeführt worden sind. "Sie liefern jetzt Daten von bisher nicht gekannter Qualität," so der Sprecher des Leitungsgremiums der Studie, Prof. Hans Joachim
Trampisch von der Ruhr-Universität Bochum.


Ergebnisse

"Bei Spannungskopfschmerzen sank die Anzahl der Kopfschmerztage von 16 auf 6 Tagen mit der chinesischen Akupunktur und auf 8 Tage mit der Akupunktur an nicht chinesischen Punkten", so Privatdozent Dr. Molsberger, Orthopäde und Akupunkturspezialist, der die
Akupunktur im Leitungsgremium der gerac Studien vertritt. "Der Standardtherapiearm bei Spannungskopfschmerz musste abgebrochen werden, da sich nicht genügend Patienten bereiterklärten sich mit Medikamenten (Anitdepressiva) behandeln zu lassen. Aus der Literatur ist aber bekannt, dass diese nur eine Senkung der Kopfschmerztage von
16 auf 11-15 Tage erreichen. Bei Migräne konnte die monatliche Anfallshäufigkeit mit der chinesischen Akupunktur um 2,3 Tage, mit der medikamentösen Therapie um 2,1 Tage und mit der Akupunktur an nicht chinesischen Punkten nur um 1,5 Tage gesenkt werden. Zusätzlich wurde der Therapieerfolg von den Patienten mit einer Schulnote bewertet. Den Therapieerfolg der Verumakupunktur bewerteten mit der Schulnote 1-2 60 Prozent der Patienten bei Spannungskopfschmerz und 52 Prozent der Patienten bei Migräne. Bei nicht chinesischen Punkten sank der Wert für beide Gruppen auf 45-46 Prozent der Patienten und in der Standardtherapie für Migräne bewerteten nur 34 Prozent der Patienten den Therapieerfolg mit der Note 1-2." "Überraschenderweise zeigte sich bei Migräne keine Überlegenheit der sechsmonatigen medikamentösen Therapie gegenüber der sechswöchigen Akupunkturtherapie", so Prof. Dr. Diener, "Bei beiden Kopfschmerzformen war auch keine eindeutige Überlegenheit der Verum-Akupunktur gegenüber der Sham-Akupunktur nachweisbar." Die Subgruppenanalysen lässt den Schluss zu, dass es neben einer unspezifischen Akupunkturkomponente, die bei beiden Akupunkturformen
aufzufinden ist, eine spezifische Komponente gibt, die nur bei der Verum-Akupunktur auftritt. Dr. Gabriele Böwing von der Ärztegemeinschaft für Akupunktur und Chinesische Medizin Düsseldorf, die die Kopfschmerzakupunktur für gerac entwickelt hat erklärt: "Bei
zuwendungsintensiven Verfahren wie der Akupunktur ist es gerade unter Studienbedingungen schwierig, zwischen spezifischen und unspezifischen Effekten zu unterscheiden. Trotzdem schnitt die Verumakupunktur in allen Bereichen besser als die Shamakupunktur ab."


Resümee

Die Akupunktur stellt beim chronischen Kopfschmerz im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie eine effektive und risikoarme Ergänzung des therapeutischen Konzepts dar. Das wird die Bedeutung der Akupunktur im schmerztherapeutischen Konzept der Kopfschmerztherapie international neu definieren.

Quelle: Pressemitteilung Kafka Kommunikation

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