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Divi-Präsident: "Echte Notsituation" erfordert schärfere Anti-Corona-Maßnahmen

Archivmeldung vom 13.11.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.11.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Spritze gegen das Coronavirus (Symbolbild)
Spritze gegen das Coronavirus (Symbolbild)

Bild: © CC0 / lovini / Pixabay

Intensivmediziner-Präsident Gernot Marx hat Bund und Länder wegen einer "echten Notsituation" vieler Kliniken zur Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen aufgerufen. "Wir brauchen sehr zügig klare und der Lage angemessene Entscheidungen, und zwar für bundesweit einheitliche Regeln", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Und wir brauchen eine klare Kommunikation der Entscheidungen und ein Ende der permanenten Streitereien, damit auch umgesetzt und eingehalten wird, was beschlossen worden ist", so Marx vor dem Corona-Gipfel am kommenden Donnerstag.

In Sachsen, Thüringen und Bayern sei die Lage wegen der stark angestiegenen Zahl der Intensivpatienten "schon jetzt sehr, sehr angespannt". Die Charité im Ballungsraum Berlin habe schon alle planbaren OPs abgesagt. "Das ist eine echte Notsituation. Wegen der Erfahrungen der vorangegangenen Wellen gehen wir fest davon aus, dass schon bald Patienten wieder aus Corona-Hotspots in Kliniken außerhalb verlegt werden müssen", sagte Marx der NOZ." Wir sind jetzt schon in einer kritischeren Phase, weil wir aufgrund der erschöpften und ausgebrannten Pflegekräfte, die den Job hingeworfen oder ihre Arbeitszeit reduziert haben, 4000 Intensivbetten weniger belegen können als vor einem Jahr. Für alle in der Intensivmedizin Tätigen ist das gerade eine extreme Situation."

Dass nicht mehr alle Schwerkranken vollumfänglich versorgt werden können, befürchtet der Divi-Präsident dennoch nicht: "Dass wir von zwei Patienten nur einen behandeln können und den anderen nicht, das wird in Deutschland nicht passieren - also wirklich in dem Sinne, dass wir über Leben und Tod entscheiden müssten." Auch in der vierten Welle "sehe ich die Gefahr einer Triage nicht", so Marx. Allerdings würden zahllose planbare Eingriffe, zum Beispiel Herz-OPs, womöglich für Monate aufgeschoben werden müssen, was viel Leid verursache.

Marx fordert mehr Tempo bei Auffrischimpfungen - "Wirkungsvollstes Instrument, um Corona auszubremsen"

Gernot Marx hat schnellere Auffrischimpfungen gefordert: "Wir sollten wirklich alle Kraft darauf verwenden, ganz schnell alle Älteren und das Personal von Kliniken und Heimen zu boostern und dann auch die breite Bevölkerung", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Mir erschiene es mit den Erfahrungen aus Israel sinnvoll, die Sechs-Monats-Spanne nicht voll auszureizen, sondern ab einem Intervall von fünf Monaten die Impfungen aufzufrischen."

Entscheidend sei, dass so viele Menschen wie möglich die dritte Spritze erhielten. "Je schneller die Auffrischungsimpfungen kommen, umso flacher wird die Welle ausfallen. Das ist das wirkungsvollste Instrument, um das Virus auszubremsen und Impfdurchbrüche zu minimieren", sagte Marx der NOZ.

Der Intensivmediziner forderte auch zusätzliche Anstrengungen, um Nichtgeimpfte für die Immunisierungen zu gewinnen. "Die Impfkampagne muss mit Vollgas beschleunigt werden, mit allem, was geht! Es fehlen ja gar nicht mehr so viele Prozente, und dann sind wir da, wo Spanier und Portugiesen schon sind." An die Adresse von Impfskeptikern gerichtet, sagte der Divi-Präsident: "Schwere Verläufe bei vollständig Geimpften sehen wir nur bei Hochbetagten oder Immungeschwächten."

Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnte Marx klar ab: "Die Divi ist gegen eine Impfpflicht. Wir setzen auf die angemessene individuelle Entscheidung. Im Intensivbereich ist die Impfquote von Ärzten und Pflegekräften extrem hoch", so der Intensivmediziner-Präsident.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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