Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Berichte Gesundheit Schwerwiegende Nebenwirkungen bei Multiple-Sklerose-Medikament

Schwerwiegende Nebenwirkungen bei Multiple-Sklerose-Medikament

Archivmeldung vom 06.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Nebenwirkungen wie akutes Leberversagen und Gehirnentzündungen sorgten dafür, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Eilverfahren zur Überprüfung des Multiple-Sklerose-Wirkstoffes Daclizumab (ZINBRYTA) eingeleitet hat. Das Ergebnis war eine sofortige weltweite Marktrücknahme seitens des Herstellers.

Daclizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wurde bislang zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose eingesetzt. Doch bereits im vergangenen Jahr zeigten sich schwere, zum Teil tödlich verlaufende Nebenwirkungen. So starb eine MS-Patientin nach der Behandlung an akutem Leberversagen. In der Folge wurden weitere schwere Nebenwirkungen wie Gehirnerkrankungen und andere durch das Immunsystem ausgelöste Entzündungsreaktionen bei 28% deutscher und spanischer Patienten beobachtet. Am 2. März 2018 leitete die EMA gegen Daclizumab ein Verfahren nach Artikel 20 des Arzneimittelgesetzes ein, was eine eilige Überprüfung eines bereits zugelassenen Wirkstoffes bedeutet. Das Ergebnis: Wenige Stunden später erklärten der Hersteller Biogen und seine Partnerfirma AbbVie, dass das Mittel unmittelbar vom Markt genommen wird. Laufende Studien wurden gestoppt, Chargen zurückgerufen und Menschen zum ärztlich überwachten Absetzen des Medikamentes aufgerufen.

„Dieser Vorfall ist ein weiterer Beleg dafür, dass die auf Tierversuchen basierende Medikamententestung unkontrollierbare Risiken für Patienten birgt und dringend ein Richtungswechsel hin zu humanrelevanten tierversuchsfreien Methoden erfolgen muss“, äußert sich Dr. Gaby Neumann, Tierärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Im Mai 2017 wurde im Journal of the American Medical Association eine Studie veröffentlicht aus der hervorgeht, dass 71 von 222 und damit 32 % der von der Amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zwischen 2001 und 2010 zugelassenen Medikamente aufgrund von unerwarteten Nebenwirkungen vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen wurden. Dies zeigt, dass die Ergebnisse aus der Wirkstofftestung am Tier keinesfalls auf den Menschen übertragbar sind. Schon die klinische Prüfung, d.h. Testung an Probanden und Kranken, die nach den Tierversuchen folgen, sind mit unvorhersehbaren Gefahren und Risiken für den Menschen verbunden, was etliche Arzneimittelskandale bezeugen.

Dr. Neumann führt weiter aus: „95% aller neuen Medikamente, die sich im Tierversuch als wirksam und unbedenklich erwiesen haben, versagen bei der vor der Zulassung vorgeschriebenen Testung am Menschen, entweder weil sie nicht wirken oder weil sie schwerwiegende Nebenwirkungen haben.“ Auch Daclizumab ist nicht das erste Medikament gegen Multiple-Sklerose, bei dem schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Zulassung aufgetreten sind.

Weitere Information:

Bewertungsbericht EMA: http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/EPAR_-_Public_assessment_report/human/003862/WC500210601.pdf

Liste von Risikomedikamenten: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/humanmedizin/150-liste-von-risikomedikamenten

Jedes dritte Medikamtent schadet Menschen: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/2410-tierversuche-sind-gesundheitsrisiko

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Anzeige:
Videos
Screenshot aus dem Ende befindlichen Videobeitrag
Zecken, und wie man sich davor schützt
Masern-Ausschlag bei einem nigerianischen Mädchen.
Welches Masernvirus?
Termine
4. Yogafestival Fulda
36145 Hofbieber
28.06.2019 - 30.06.2019
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:

Anzeige