Sie sind hier: Startseite Nachrichten Natur/Umwelt Japan stellt neue Walfangstrategie vor

Japan stellt neue Walfangstrategie vor

Freigeschaltet am 10.01.2017 um 13:47 durch Thorsten Schmitt
Bild: de.wikipedia.org
Bild: de.wikipedia.org
Die japanische Regierung intensiviert ihre Strategie, das internationale Walfangverbot zu kippen. Laut Regierungsvertretern wird Japan “Experten aus dem Fischereisektor in Länder entsenden, die geneigt sind, der Internationalen Walfangkommission (IWC) beizutreten, sowie in Anti-Walfang Länder, von denen angenommen wird, dass sie sich Japan anschließen könnten.“ Die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC zeigt sich alarmiert.

Für wichtige Entscheidungen wie die Beendigung des Moratoriums (sogenannte Anhangs-Änderungen) bedarf es in der IWC einer Dreiviertelmehrheit. Momentan sind die 88 IWC-Mitglieder jedoch in 39 Pro- und 49 Anti-Walfang-Mitgliedstaaten aufgeteilt. Aus diesem Grund hat die japanische Fischereibehörde nun beschlossen, Sachverständige als "Berater" an Regierungsbehörden von Staaten zu schicken, die über einen Beitritt in die IWC nachdenken. Japan will auch die Zusammenarbeit mit Ländern, die bereits den Walfang unterstützen, stärken.

Das japanische Außenministerium plant zudem, Experten in Länder auf der Anti-Walfangseite zu schicken, die für die japanische Seite ein gewisses Verständnis haben. Die Pläne umfassen zudem Seminare für lokale Experten und Medien-Vertreter.

Um seine Ziele in der IWC zu erreichen, rekrutiert Japan seit Jahrzehnten wirtschaftlich schwache Länder ohne eigenes Interesse am Walfang. Dafür nutzt die japanische Regierung ihr Programm zur Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA), um einen Anreiz für einen IWC-Beitritt und der Vertretung japanischer Walfanginteressen zu schaffen.

Undercover Untersuchungen der Sunday Times enthüllten 2010 Japans langfristige Strategie, um Einfluss auf das Abstimmungsverhalten von kleinen Ländern bei IWC Sitzungen zu nehmen. Die Reporter filmten offizielle Regierungsvertreter die zugaben, dass sie den Walfang aufgrund der Hilfen, die ihre Länder aus Japan erhalten, unterstützen. Die Regierungen, die in der Sunday Times-Untersuchung erwähnt wurden, waren St. Kitts und Nevis, die Marshall-Inseln, Kiribati, Grenada, die Republik Guinea und die Elfenbeinküste sowie Tansania.

"Japanische Walfänger sind derzeit im Südpolarmeer unterwegs, um Zwergwale zu jagen, trotz zwei IWC-Resolutionen und dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes. Zudem will Japan mehr Wale im Nordpazifik töten. Die gestern erfolgte Ankündigung bestätigt offiziell, worum es Japan geht. Meine Frage an die Walschutzländer ist, was sie dagegen tun wollen?“, so Astrid Fuchs, Programmleiterin der Whale and Dolphin Conservation (WDC).

"Die EU verhandelt beispielsweise derzeit über ein Freihandelsabkommen mit Japan. Es ist höchste Zeit, diese Gelegenheit zu nutzen, um wirtschaftlichen Druck zu schaffen. Die EU muss eindeutig klar stellen, dass es kein Abkommen geben wird, solange Japan sich nicht an internationale Vereinbarungen hält und sich dafür engagiert, Wale zu schützen und zu bewahren, anstatt sie aus politischen Gründen abzuschlachten", so Fuchs weiter.

Quelle:  Whale and Dolphin Conservation (WDC)

Gern gelesene Artikel

VIER PFOTEN kritisiert geplante Tötung von 1 Mio. Putenküken

Nachrichten · Natur/Umwelt 16.01.2017 13:03

Wie Tierfutter unsere Vierbeiner krank macht!

Nachrichten · Natur/Umwelt 30.12.2016 15:58

Umweltbundesamt wirft Bauern im Streit um Tierhaltung "Totschlagargumente" vor

Nachrichten · Natur/Umwelt 11.01.2017 06:53

Bienensterben: So hat Syngenta Forscher eingeseift

Nachrichten · Natur/Umwelt 16.01.2017 13:53

Wissenschaftler beobachten vulkanische Aktivitäten unter dem Rheintal

Nachrichten · Natur/Umwelt 16.01.2017 06:35

Deutschlandwetter: Im Süden weiter frostig kalt

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 15:12

Riesen-Riss im ewigen Eis: Südpol droht die Auflösung

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 15:03

Streit um Kennzeichnung von genetisch veränderten Pflanzen

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 14:55

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Umweltinitiative von Coca-Cola, Danone, Pepsi und Co. als Greenwashing

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 13:53

Nachbeben der Stärke 5,6 in Mittelitalien

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 11:56

Erdbeben der Stärke 5,3 in Mittelitalien

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 11:01

Mövenpick Hotelkette nimmt Dubai-Delfinarium nach WDSF-Hinweisen vom Netz

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 08:10

Berlin will Risiken von Tihange 2 für Deutschland untersuchen lassen

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 06:59

Verband bekennt sich zum Verzicht aufs Töten männlicher Küken und Schlachten trächtiger Rinder

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 06:54

Harter Brexit bereitet Bauern in Deutschland Sorge - Bauern fordern Ende von Russland Sanktionen

Nachrichten · Natur/Umwelt 18.01.2017 06:51

Landwirte halten vorerst an Schweine-Kastration ohne Betäubung fest

Nachrichten · Natur/Umwelt 17.01.2017 18:50
Videos
Der Beitrag endhält am Textende ein Video. Bild pravda-tv.com
Zukunftsforscher: Hat die USA ausgedient, was folgt?
Der Beitrag enthält am Textende ein Video.
Prof. Dr. Sall über Neue Weltordnung, Chronologiekritik, Rassenkriege, Satanismus und vieles mehr
Termine
The art of Living (Die Kunst zu Leben)
89584 Ehingen
28.01.2017 - 29.01.2017
Filmvorführung OVERCAST - Klimaexperimente am Himmel
35452 Heuchelheim
18.02.2017
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:

Anzeige