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Ein See der Superlative

Archivmeldung vom 31.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt. Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Nasa-Aufnahme vom Tanganjikasee
Nasa-Aufnahme vom Tanganjikasee

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Tanganjikasee ist ein Hotspot der Biodiversität. 40 % der 1.500 Tier- und Pflanzenarten in der Region sind endemisch, sie kommen also nirgendwo anders auf der Welt vor. Mit 673 Kilometern ist er der längste See weltweit. Seine Fläche ist vergleichbar mit der Nordrhein-Westfalens oder Baden-Württembergs. Er ist mit 1.470 Metern der zweittiefste See der Welt und der zweitgrößte See bezogen auf sein Volumen; dieses enthält fast ein Sechstel des ungefrorenen Süßwassers der Erde.

Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen bedroht den Tanganjikasee. Die rapid wachsende Bevölkerung im Einzugsgebiet sieht sich vor zahlreiche Herausforderungen gestellt. Steigende Anwohnerzahlen bedeuten einen vermehrten Bedarf an Wohnraum und Nahrung; immer mehr Flächen der natürlichen Habitate um den See werden durch landwirtschaftliche Nutzung und Wohnbau zerstört. Intensive und ungeeignete Anbaumethoden führen zur Verschlechterung der Böden und zu Erosion. Als Folge werden mit dem Oberflächenwasser Unmengen an Schwebstoffen in den See gespült und Sedimentierung wird zu einem immer größeren Problem. Und auf der anderen Seite sinkt durch die Bodenverschlechterung die landwirtschaftliche Produktivität und kultivierbare Flächen werden immer knapper.

„Doch nicht nur Sedimente werden in den See gespült. Schadstoffe aus Industrie, Handwerk und häuslichen Abwässern aus Städten und Dörfern gelangen ohne jegliche Vorbehandlung in den See. Auch die Transport- und Fährschiffe sowie die Generatoren und Öllampen der Fischer, die zum Nachtfischen genutzt werden, verschmutzen den See“, sagt Emmanuel Nshimirimana, Geschäftsführer von Biraturaba.

Auf der Suche nach einer alternativen Lebensgrundlage setzten in den letzten zwanzig Jahren immer mehr Menschen auf die Fischerei. Bereits eine Million der insgesamt zehn Millionen Menschen, die im Tanganjika Becken leben, sind direkt von den Fischressourcen abhängig. Die Konsequenzen sind Überfischung und ein dramatischer Rückgang der Fischpopulationen im See. Zwischen 1995 und 2011 sank in Burundi der gesamte Fischertrag um 25 %, während sich die Anzahl der Fischer vervierfachte. Gleichzeitig ging der jährliche Ertrag der einzelnen Fischer um 81 % zurück.

Lösungsansätze

Für die Verbesserung der Situation vor Ort sind viele kleine Schritte notwendig. Zum einen müssen Verschmutzungs- und Sedimenteinträge reduziert werden. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, der lokalen Bevölkerung bewusst zu machen, welche Ursachen für die Probleme, denen sie täglich gegenüberstehen, verantwortlich sind und alternative sowie vor allem nachhaltige Einkommensquellen zu schaffen.

Biraturaba und GNF planen für 2017 ein weiteres Trinkwasserprojekt im Dorf Gitaza, das 26 Kilometer südlich der burundischen Hauptstadt Bujumbura am Ufer des Tanganjikasees liegt. „Die Dorfbewohner leiden unter Mangel an sauberem Trinkwasser sowie unter wasserbürtigen Krankheiten, da sie das Wasser aus dem See ohne jegliche Reinigung verwenden müssen. Unser gemeinsames Projekt setzt genau hier an und soll die Lebensbedingungen für Bewohner von Gitaza verbessern. 800 Haushalte und 2.800 Schüler der beiden ansässigen Schulen sowie ein Gesundheitszentrum sollen mit sicherem Trinkwasser versorgt werden. Unser Ziel ist es, ein effektives Management der Trinkwasserinfrastruktur durch die Gemeinde Gitaza zu schaffen, unterstützt durch die kommunale Trinkwasserbehörde“, sagte Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund.

Hintergrundinformationen

Weitere Informationen über den Tanganjikasee und ein ausführliches Interview mit Emmanuel Nshimirimana, Geschäftsführer der burundischen Umweltorganisation Biraturaba, finden Sie unter: www.globalnature.org/BedrohterSee2017.

Quelle: Global Nature Fund (GNF)

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