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Energetisch sanieren – Pflichten, Kosten, Chancen

Freigeschaltet am 27.06.2019 um 08:09 durch Thorsten Schmitt
Symbolbild
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Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Das Thema Energie beschäftigt alle Haushalte in der einen oder anderen Weise. Auf der einen Seite steigen die Preise für Strom und Wärme kontinuierlich an, auf der anderen Seite erfüllen sich immer mehr Familien dank der niedrigen Zinsen den Traum vom eigenen Haus und vergrößern dadurch meist ihre Wohnfläche. Eine größere Fläche bedeutet in der Regel, dass auch höhere Kosten anfallen, denn die Nebenkosten sind an die Quadratmeter gekoppelt. Wer sein Haus saniert, kann bei den Kosten für Energie deutlich sparen und schont noch dazu die Umwelt. Um das Ganze für Hausbesitzer etwas attraktiver zu machen, wurde die EnEv, die Energieeinsparverordnung beschlossen.

Was besagt die Energieeinsparverordnung?

Die EnEv besagt, dass ältere Häuser innerhalb bestimmter Fristen saniert werden müssen. Wer also eine – häufig recht günstige – Bestandsimmobilie kauft, muss diese mit der Zeit an die aktuellen Standards beim Thema Energie anpassen. Spätestens nach zwei Jahren muss der Sanierungspflicht Genüge getan werden.
Hausbesitzer, die bereits vor dem 1. Februar 2002 ihre Immobilie selbst bewohnt haben, sind von einer Sanierungspflicht befreit. Das Gleiche gilt für Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Bei ihnen hat der Schutz des ursprünglichen Aussehens Vorrang. Auch Häuser mit einer besonders kleinen Wohnfläche sind von der Energieeinsparverordnung nicht betroffen.

Der Makler oder Verkäufer muss den neuen Besitzer nicht auf die Sanierungspflicht hinweisen. Jeder muss sich selbst informieren.

Was muss saniert werden?

  1. Die alte Heizung muss ausgetauscht werden. Alte Öl- und Gasheizungen gehen an ihrem 30. Geburtstag zwangsweise in Rente. Das gilt nicht für Niedertemperatur- und Brennwerttechnik. Damit Hausbesitzer den Termin zum Austausch nicht verpassen, wird seit 2016 auf alte Heizungsanlagen ein Effizienzlabel aufgeklebt. Das ist die Aufgabe des Schonsteinfegers.
  2. Die Rohrleitungen müssen gedämmt werden. Damit auf dem Weg durch das Haus nicht zu viel Wärme verloren geht, müssen Heizungsleitungen und Warmwasserleitungen im kalten Keller gedämmt werden. Wie dick die Dämmung genau sein muss, hängt vom Durchmesser der Rohre und dem verwendeten Dämmstoff ab.
  3. Dach oder Dachboden müssen gedämmt werden. Ein Hausbesitzer hat die Wahl: Möchte er die oberste Geschossdecke oder lieber das Dach dämmen? Dient der Dachboden als Ausbaureserve, dann empfiehlt es sich, das ganze Dach zu dämmen. Alle Sanierungen müssen innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf der Immobilien durchgeführt werden. Neben den Pflichtmaßnahmen gibt es noch einige freiwillige, empfehlenswerte Änderungen am Haus, die eine deutliche Ersparnisse mit sich bringen können.

Was kann saniert werden?

  1. Fenster und Türen austauschen: Durch alte Fenster und Türen entweicht ein erheblicher Teil der teuer erzeugten Wärme nach draußen. Wer sie erneuert, besser abdichtet und bei Fenstern von einer einfachen zur zweifachen oder dreifachen Verglasung wechselt, hält deutlich mehr der Heizungswärme im Haus.
  2. Fassade dämmen: Die meiste Wärme entweicht über die Wände. Kältebrücken und schlechte Dämmung sorgen dafür, dass man den Bürgersteig mit beheizt und so die eigenen Kosten nicht effektiv senken kann.
  3. Dämmen der Kellerdecke: Ist ein Keller vorhanden, lässt sich mit einer Dämmung einiges an Wärmeverlust kompensieren – die Kosten sinken.
  4. Nutzung von alternativen Energien: Solarpanel auf dem Dach oder eine Erdwärmepumpe? Alternative Energien bieten viele Chancen und machen wenigstens teilweise unabhängig von Öl und Gas, deren Preise kontinuierlich steigen.

Wie kann eine energetische Sanierung finanziert werden?

Natürlich ist eine energetische Sanierung ein großer finanzieller Aufwand, der sich jedoch nach spätestens 15 Jahren amortisiert haben soll. Manche der Maßnahmen führen sogar schon schneller zu einer Ersparnis. Ein wichtiger Ansprechpartner für die Finanzierung ist die KfW, die spezialisierte Programme bereithält. Dabei ist es immer notwendig, sich von einem spezialisierten Energieberater fachkundig beraten zu lassen. Kredite bis zu 80.000 Euro, was die meisten Maßnahmen großzügig abdecken dürfte, können jedoch auch bei jeder anderen Bank aufgenommen werden. Es lohnt sich in jedem Fall, die anfallenden Zinsen und andere Kreditbedingungen aller Anbieter miteinander zu vergleichen. Bei einer guten Bonität lässt sich nämlich meist ein besserer Zinssatz herausschlagen, was sich auf die Laufzeit deutlich bemerkbar macht. Die wichtigere Frage ist für die meisten Hausbesitzer jedoch: Wie viel kann man mit einer energetischen Sanierung sparen?

Beispiele für das Sparpotenzial einer Sanierung

Was wird gemacht?

Wie viel Heizkosten spart es ein?

Wann hat es sich amortisiert?

Was kostet es?

Fenster erneuern

10 - 20 %

8 - 15 Jahre

500 - 1000 € pro Stück


Fassade dämmen

15 - 20 %

8 - 14 Jahre

6.000 - 15.000 €

Solarthermie

10 - 20 %

10 - 15 Jahre

4.500 - 8.000 €

Neue Heizung

10 - 15 %

7 - 10 Jahre

6.000 - 9.000 €

Wie sinnvoll ist die energetische Sanierung?

Jeder Bürger muss sich mit steigenden Energiekosten auseinandersetzen. Nicht nur Strom wird beständig teurer, auch die Aufwendungen für Öl und Gas reißen ein immer größeres Loch in das Budget vieler privater Haushalte. Niemand möchte „für draußen“ heizen. Insofern sind viele Maßnahmen rund um die energetische Sanierung sehr sinnvoll. Man hat allerdings oftmals nicht die Wahl, sondern muss viele der Maßnahmen durchführen und die anfallenden Kosten tragen. Es stellt sich dadurch also die Frage, ob man lieber neu bauen oder ein vorhandenes Objekt kaufen will.

Wer heute baut, hat bereits Fenster, Heizung und Fassade nach den neusten Standards und investiert damit in die Zukunft. Die preisliche Differenz variiert von Objekt zu Objekt und sollte unter Berücksichtigung der Sanierungskosten ausgerechnet werden.

Angesichts steigender Preise birgt selbst erzeugter und auch selbst genutzter Solarstrom ein häufig unterschätztes Einsparpotenzial. Die Panel lassen sich nicht nur auf dem Dach anbringen, sondern können als leicht schräges Dach für Carports oder Unterstände im Garten verwendet werden. Die Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom sinkt immer weiter, sodass die Eigennutzung an Attraktivität gewinnt. Selbst erzeugter Strom kann auch in entsprechenden Batterien gespeichert werden.

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