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Vortrag: "Ich lebe am fröhlichsten im Sturm"

"Rosa Luxemburg beeindruckte als brillante Autorin und klarsichtige Theoretikerin, als mitreißende Rednerin und engagierte Politikerin, als lyrische Chronistin und streitbare Genossin", schwärmt Dietmar Schnell von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen. "Immer wieder mahnte sie, sich durch Anpassung nicht selbst zu verraten. Wir erinnern an unsere Namenspatronin anlässlich des 100. Jahrestages ihrer Ermordung mit einer höchst interessanten Veranstaltung", so Schnell weiter.

Was Vortrag
Wann 17.01.2019 von 19:30 bis 21:00
Wo 36304 Alsfeld
Kontakt Rosa-Luxemburg-Club Vogelsberg

Rosa Luxemburg (5.3.1871 - 15.1.1919) war eine der wichtigsten Vertreterinnen der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und eines „proletarischen Internationalismus“. Ab 1887 wirkte sie in der polnischen, ab 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie. Sie trat für Massenstreiks als Mittel sozialpolitischer Veränderungen und zur Kriegsverhinderung ein. Sofort nach Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 gründete sie die „Gruppe Internationale“, aus der der Spartakusbund hervorging. Diesen leitete sie als politische Gefangene zusammen mit Karl Liebknecht durch politische Schriften, in denen sie die Burgfriedenspolitik der SPD analysierte und verurteilte. Sie bejahte die Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich die Parteidiktatur Lenins und der Bolschewiki. In der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Zeitung „Die Rote Fahne“ in Berlin auf das Zeitgeschehen Einfluss zu nehmen. Als Autorin des Spartakusbund-Programms forderte sie am 14. Dezember 1918 eine Räterepublik und die Entmachtung des Militärs. Anfang 1919 gründete sie die Kommunistische Partei Deutschlands mit, die ihr Programm annahm, aber die von ihr geforderte Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen ablehnte. Wenige Tage später wurden sie und Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet.

"Luxemburg gilt bis heute den einen als bolschewistische Terroristin, den anderen als Vorbild und Ikone. Den Stalinisten wie der politischen Rechten sind ihre Demokratieauffassungen ein Gräuel. Diese Frau erstrebte eine Gesellschaft, in der die politische Freiheit und Gleichheit nicht abgeschafft, sondern um die soziale Freiheit und Gleichheit ergänzt werden sollte – eine Forderung, die bis heute uneingelöst ist. Demokratie galt Rosa Luxemburg als die entscheidende Voraussetzung für eine nachhaltige Veränderung der Gesellschaft in Richtung eines humanen Zusammenlebens", resümiert Schnell abschließend.

Dr. Jörn Schütrumpf ist Historiker und leitet die Fokusstelle Rosa Luxemburg bei der gleichnamigen Stiftung in Berlin.

Am Donnerstag, 17.1.2019 um 19:30 Uhr spricht im Hotel Klingelhöffer, Hersfelder Straße, Alsfeld, Dr. Jörn Schütrumpf unter dem Titel "Ich lebe am fröhlichsten im Sturm" über Rosa Luxemburg. Er wird den Zuhörerinnen und Zuhörern Leben und Werk dieser außergewöhnlichen Frau näher bringen. Anschließend bleiben Raum und Zeit für ausführliche Diskussionen.